Meta­stasier­tes Ader­haut­me­l­a­nom bei thera­pi­e­nai­ven Patienten

Tebentafusp verbessert Gesamtüberleben erheblich

25. Oktober 2021

NORTHWOOD (Bier­mann)  Der Wirk­stoff Teben­ta­fusp gehört einer neuen Klasse von bispe­zi­fi­schen Fusi­ons­pro­te­inen an. Er besteht aus einem mit einer Anti-CD3-Immu­n­ef­fek­tor­funk­ti­on verknüpf­ten, lösli­chen, affi­ni­täts­ver­stärk­ten HLA‑A*02:01-restringierten T‑Zell-Rezep­tor. Dieser ist spezi­fisch für das Gykoprotein-100(gp100)-Peptid, welches von Mela­no­zy­ten und Mela­no­men expri­miert wird. Sobald Teben­ta­fusp an den gp100-HLA-Komplex gebun­den ist, werden poly­klo­na­le T‑Zellen über CD3 akti­viert, zu den Meta­sta­sen gelenkt, und setzen dort Zyto­ki­ne frei.

Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass Teben­ta­fusp zu einem länge­ren Gesamt­über­le­ben (OS) bei meta­stasier­tem Ader­haut­me­l­a­nom führt als bisher verfüg­ba­re Chemotherapeutika.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 378 unbe­han­del­te HLA‑A*02:01-positive Pati­en­ten mit meta­stasier­tem Ader­haut­me­l­a­nom in die offene Phase-III-Studie auf, und ordne­ten sie rando­mi­siert im Verhält­nis 2:1 der Teben­ta­fusp-Gruppe (252 Pati­en­ten) oder der Kontroll­grup­pe (126 Pati­en­ten) zu. Die Kontroll­grup­pe erhielt eine Mono­the­ra­pie im Ermes­sen des Prüf­arz­tes – je nach Laktat­de­hy­dro­ge­na­se­spie­gel (Para­me­ter für Zell­scha­den) – mit den Immun-Check­point-Inhi­bi­to­ren Pemb­ro­li­zumab oder Ipili­mum­ab oder dem Alkyl­ans Dacar­ba­zin. Die Studi­en­grup­pe legte als primä­ren Endpunkt das OS fest.

Die Forscher ermit­tel­ten in der Inten­ti­on-to-Treat-Analy­se ein OS nach 1 Jahr von 73% in der Teben­ta­fusp-Gruppe und 59% in der Kontroll­grup­pe (HR für Tod 0,51; 95%-KI 0,37–0,71; p<0,001). Ebenso stell­ten die Tumor­ex­per­ten in der Teben­ta­fusp-Gruppe nach 6 Mona­ten ein signi­fi­kant höhe­res progres­si­ons­frei­es Über­le­ben von 31% gegen­über 19% in der Kontroll­grup­pe fest (HR für Progres­si­on oder Tod 0,73; 95%-KI 0,58–0,94; p=0,01).

Als behand­lungs­be­ding­te Neben­wir­kun­gen traten in der Teben­ta­fusp-Gruppe Zyto­kin-vermit­tel­te Ereig­nis­se aufgrund der T‑Zell-Akti­vie­rung und derma­to­lo­gi­sche Ereig­nis­se aufgrund der gp100-posi­ti­ven Mela­no­zy­ten Haut­aus­schlag (83%), Fieber (76%) und Juck­reiz (69%) auf. Diese nahmen nach 3–4 Behand­lun­gen an Häufig­keit und Schwe­re ab, und führ­ten selten (2%) zu einem Thera­pie­ab­bruch. Es traten keine behand­lungs­be­ding­ten Todes­fäl­le auf.

(tt)

Autoren: Nathan P et al.
Korrespondenz: Paul Nathan; p.nathan@nhs.net
Studie: Overall Survival Benefit with Tebentafusp in Metastatic Uveal Melanoma
Quelle: N Engl J Med 2021; Sep 23;385(13):1196-1206
Web: dx.doi.org/10.1056/NEJMoa2103485

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