MEK-Inhi­bi­to­ren

Aktuelle Übersicht zu unerwünschten okulären Ereignissen

6. März 2020

SARAGOSSA [Bier­mann] — Mito­gen-akti­vier­te Proteinkinase(MAPK)-Hemmer, insbe­son­de­re MEK-Inhi­bi­to­ren, haben die Thera­pie des meta­stasier­ten kuta­nen Melanoms mit BRAF-Muta­ti­on verän­dert. Aller­dings wurden in diesem Zusam­men­hang sowohl von Onko­lo­gen als auch von Augen­ärz­ten und Pati­en­ten verschie­de­ne Toxi­zi­tä­ten beob­ach­tet. Eine spani­sche Arbeits­grup­pe liefert nun eine aktua­li­sier­te Über­sicht von uner­wünsch­ten okulä­ren Ereig­nis­se (OAE), die mit der Verwen­dung von MEK-Inhi­bi­to­ren verbun­den sind. Dabei stehen Netz­haut­to­xi­zi­tä­ten im Mittelpunkt.

Die Wissen­schaft­ler durch­such­ten die Lite­ra­tur­da­ten­bank Pubmed nach Arbei­ten, die bis Juli 2018 veröf­fent­licht worden waren, und in denen der Begriff „MEK inhi­bi­tor” auftauch­te. Dabei wurde die Suche nach Reviews bzw. klini­schen Studi­en (PhaseI-II) gefiltert.

Die Autoren stell­ten fest, dass bei Pati­en­ten, die mit MEK-Inhi­bi­to­ren behan­delt wurden — auch asym­pto­ma­ti­sche Pati­en­ten — OAE mit einer Inzi­denz von bis zu 90% auftre­ten. In den analy­sier­ten Arbei­ten werden leich­te bis schwe­re okulä­re Toxi­zi­tä­ten beschrie­ben; dazu gehö­ren Sehstö­run­gen, eine Abnah­me der Sehschär­fe um 2 Zeilen auf der Snel­len-Tafel, Sympto­men eines Trocke­nen Auges, Anoma­lien der okulä­ren Adnexe, Gesichts­feld­de­fek­te, Panu­vei­tis und Netz­haut­to­xi­zi­tä­ten, wie z. B. verschie­de­ne Grade einer MEK-asso­zi­ier­ten Reti­no­pa­thie, Gefäß­schä­den und Netzhautvenenverschluss.

Als eine der wich­tigs­ten OAE der MEK-Thera­pie nennen die Wissen­schaft­ler die MEK-Inhi­bi­tor-asso­zi­ier­te Reti­no­pa­thie (MEKAR), die norma­ler­wei­se mild verläuft und selbst­li­mi­tie­rend ist und nach wochen- oder mona­te­lan­ger konti­nu­ier­li­cher Anwen­dung des Arznei­mit­tels oder nach Abset­zen nach­las­sen kann, wodurch das norma­le Sehver­mö­gen bis auf wenige Ausnah­men wieder­her­ge­stellt wird.

Die Forscher weisen außer­dem darauf hin, dass OAE häufig mit ande­ren syste­mi­schen Neben­wir­kun­gen verbun­den sind, die zu einer Ände­rung der verwen­de­ten Dosie­rung führen können. Daher sei die Kommu­ni­ka­ti­on mit dem Onko­lo­gen von großer Bedeu­tung und eine grund­le­gen­de Notwendigkeit.

(ac)

Autoren: Méndez-Martínez S et al.

Studie: Ocular adverse events associated with MEK inhibitors.

Quelle: Retina 2019;39(8):1435-1450.

Web: https://insights.ovid.com/crossref?an=00006982-201908000-00001

 

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