Meibom­drü­sen­dy­s­funk­ti­on und ther­ma­le Pulsationstherapie

Kombination mit Corticosteroid-Implantat zeigt besseres Wirksamkeitsprofil

7. Juni 2022

INDIANAPOLIS (Bier­mann) – In einer neuen gemein­sa­men Veröf­fent­li­chung haben Dr. Damon Dier­ker von den Eye Surge­ons of India­na und Dr. Scott Haus­wirth vom Sue-Anschutz-Rodgers Eye Center der Univer­si­ty of Colo­ra­do (USA) gezeigt, dass Pati­en­ten mit Meibom­drü­sen­dy­s­funk­ti­on (MDD) stär­ker von einer ther­ma­len Pulsa­ti­ons­the­ra­pie profi­tie­ren, wenn diese mit einer intra­ka­na­li­ku­lä­ren Inser­ti­on eines Dexa­me­tha­son-Implan­ta­tes kombi­niert wird.

In ihre prospek­ti­ve, pati­en­ten­mas­kier­te, place­bo­kon­trol­lier­te, nicht­ran­do­mi­sier­te Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler 19 Pati­en­ten mit MDD ein. Alle Pati­en­ten unter­zo­gen sich einer beid­sei­ti­gen ther­ma­len Pulsa­ti­ons­the­ra­pie. Zusätz­lich plat­zier­te die Arbeits­grup­pe in das Auge mit den stär­ke­ren Beschwer­den nach Dila­ta­ti­on des unte­ren Tränen­pünkt­chens in den Tränen­na­sen­gang ein 0,4 mg Dexa­me­tha­son-Implan­tat mit verzö­ger­ter Abgabe (DEX-Gruppe). Das Part­ner­au­ge bilde­te die Kontroll­grup­pe, bei der nur eine Dila­ta­ti­on statt­fand, um die Verblin­dung zu gewähr­leis­ten. Die Gruppe legte als Haupt­end­punk­te die Expri­mier­bar­keit von Meibum nach 1, 4 und 12 Wochen sowie die subjek­ti­ve Behand­lungs­prä­fe­renz der Pati­en­ten nach 12 Wochen fest.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich die Expri­mier­bar­keit des Meibum in beiden Grup­pen zu allen Kontroll­zeit­punk­ten signi­fi­kant verbes­ser­te, während die DEX-Augen im Vergleich zu den Kontrollau­gen nach 12 Wochen eine signi­fi­kan­te­re Verbes­se­rung erfuh­ren (p=0,027). Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass sich die Tränen­film­auf­riss­zeit in der DEX-Gruppe im gesam­ten Studi­en­zeit­raum im Vergleich zum Ausgangs­wert signi­fi­kant stark erhöh­te, während die Kontroll­grup­pe nur in Woche 4 eine signi­fi­kan­te Verbes­se­rung zum Anfangs­wert verzeich­ne­te. In Woche 12 wiesen die DEX-Augen zudem eine signi­fi­kant größe­re Expri­mier­bar­keit auf als die Kompa­ra­to­ren (p=0,028). Demzu­fol­ge gaben 61% der Teil­neh­mer an, eine Kombi­na­ti­ons­the­ra­pie zu bevorzugen.

Die Ophthal­mo­lo­gen konsta­tier­ten im gesam­ten Zeit­raum in beiden Grup­pen weder Verän­de­run­gen der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe oder des Augen­in­nen­dru­ckes noch uner­wünsch­te Ereignisse.

(tt)

Autoren: Dierker DS et al.
Korrespondenz: Damon S Dierker; damon.dierker@esi-in.com
Studie: Thermal Pulsation with or without Dexamethasone Intracanalicular Insert for Meibomian Gland Dysfunction: A Prospective, Masked Trial
Quelle: Clin Ophthalmol 2022; May 12;16:1477-1485.
Web: dx.doi.org/10.2147/OPTH.S359719

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