Meibom­drü­sen­dy­s­funk­ti­on

Demodex folliculorum ist häufig beteiligt

14. September 2021

SHANGHAI (Bier­mann) – Bei Demo­dex folli­culo­rum handelt es sich um Haar­balg­mil­ben, welche als Ekto­pa­ra­si­ten die Zilien und Meibom­drü­sen befal­len können. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass ein vermehr­ter Demo­dex­be­fall häufig eine Rolle bei den Augen­ober­flä­chen­be­schwer­den, den Entzün­dun­gen und dem Ausfall von Meibom­drü­sen bei Pati­en­ten mit einer Meibom­drü­sen­dy­s­funk­ti­on (MDD) spielt.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 100 Pati­en­ten mit MDD im Alter zwischen 18 und 70 Jahren, die im Schwer­punkt­zen­trum für trocke­ne Augen der Shang­hai Aier Augen­li­nik (China) vorstel­lig wurden, in die klini­sche Studie auf.

Die Arbeits­grup­pe quan­ti­fi­zier­te die Anzahl der Milben mithil­fe der konfo­ka­len In-vivo-Mikro­sko­pie und teilte die Pati­en­ten nach Anzahl der Milben in die Demo­dex-nega­ti­ve sowie in die  Demo­dex-posi­ti­ve Gruppe ein.

Sie werte­te den Ocular-Surface-Dise­a­se-Index (OSDI)-Fragebogen aus und über­prüf­te die Unter­su­chungs­er­geb­nis­se der Tränen­film­auf­riss­zeit mit Fluo­res­zein­fär­bung (FBUTI, des Quali­täts-Scores des Meibum­se­kre­tes, der Grad­zahl der Meibom­drü­sen­ex­pres­si­bi­li­tät, der Anzahl ausge­fal­le­ner Meibom­drü­sen (MD-Ausfall) sowie der okulä­ren Rötung. Nach­fol­gend vergli­chen die Wissen­schaft­ler die Ergeb­nis­se beider Grup­pen, und analy­sier­te die Korre­la­ti­on zwischen der Anzahl an Milben und der Verän­de­run­gen der Augenoberfläche.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich von den 100 MDD-Pati­en­ten 51 posi­tiv – mit einer patho­lo­gi­schen Anzahl an Demo­dex – zeig­ten. Die Demo­dex-posi­ti­ve Gruppe wies im Vergleich zur Demo­dex-nega­ti­ven Gruppe signi­fi­kant höhere Werte im OSDI-Frage­bo­gen   (24,41±3,43 vs. 20,98±2,31; p=0,00), im Augen­rö­tungs-Score (1,38±0,46 vs. 1,00±0,30; p=0,00) und im MD-Ausfall (3,00±1,13 vs. 2,18±0,64; p=0,00) sowie gerin­ge­re Werte bei der FBUT (6,40±1,63 vs. 6,54±1,83; p=0,00) auf. Darüber hinaus stell­ten die Exper­ten eine signi­fi­kan­te Korre­la­ti­on zwischen der Anzahl an Milben und den Ergeb­nis­sen des OSDI-Frage­bo­gens, der Augen­rö­tung sowie der FBUT fest.

Die Autoren unter­strei­chen abschlie­ßend, dass es wich­tig sei, bei Pati­en­ten mit MDD auf einen Demo­dex­be­fall zu achten und entspre­chend zu therapieren.

(tt)

Autoren: Pan S et al.
Korrespondenz: Yan Chen; chinacy@hotmail.com
Studie: A clinical study on the correlation between demodex infestation and ocular surface changes in patients with meibomian gland dysfunction
Quelle: Indian J Ophthalmol 2021; Sep;69(9):2389-2394.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_3641_20

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