Meibom­drü­sena­tro­phie bei Kindern

Exzessive Bildschirmzeit ist häufig die Ursache

25. Mai 2021

BALTIMORE (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass die über­mä­ßi­ge Nutzung digi­ta­ler Medien bei Kindern mit einer schwe­ren Meibom­drü­sena­tro­phie (MDA) asso­zi­iert ist.

Die Autoren nahmen 41 Kinder (Durch­schnitts­al­ter 11 Jahre; 49% weib­lich), die sich im Dezem­ber 2016/2017 vorstell­ten und die Einschluss­kri­te­ri­en erfüll­ten, in die retro­spek­ti­ve Quer­schnitts­stu­die auf.

Die eine Gruppe bilde­ten 17 Kinder, bei denen eine schwe­re MDA ≥ Grad 2 vorlag.

Die andere Gruppe bestand aus 24 alters­an­ge­pass­ten Kindern mit einer nicht signi­fi­kan­ten MDA < Grad 1 als Kontrollgruppe.

Die Forscher ermit­tel­ten mithil­fe von Frage­bö­gen die Sympto­me des trocke­nen Auges, die tägli­che Bild­schirm­zeit, Anga­ben zur Ernäh­rung sowie zu der Zeit, die die Kinder im Freien verbrachten.

Mithil­fe der Meibo­gra­phie defi­nier­te die Arbeits­grup­pe die schwe­re Form der MDA (≥ Grad 2; ≥ 1 Augen­lid betrof­fen; Werte auf einer vali­dier­ten 4 Punkte-Bild­ge­bungs­ska­la [0=normal bis 3=schwer]).

Die Ophthal­mo­lo­gen erho­ben bei allen Kindern mit schwe­rer MDA Sympto­me und Befun­de des trocke­nen Auges, einschließ­lich kornea­ler Neovasku­la­ri­sa­ti­on (29%), Verlust der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (41%) sowie zentra­ler kornea­ler Gefäß­ein­spros­sung (14%). In der Kontroll­grup­pe zeig­ten sich weder Sympto­me noch Befun­de des trocke­nen Auges.

In der Gruppe der Kinder mit schwe­rer MDA gaben 86% an, ≥4 Stun­den vor einem Bild­schirm zuzu­brin­gen, während dies 50% der Kinder in dieser Gruppe für ≥8 Stun­den täglich taten. In der Kontroll­grup­pe hinge­gen betrug die Zeit ≤ 2 Stun­den pro Tag. Die Zeit vor dem Bild­schirm korre­lier­te posi­tiv mit dem Grad der MDA (OR 2,74; 95%-KI 1,39–5,41).

Bei 62,5% der Kinder mit schwe­rer MDA zeig­ten sich — ohne syste­mi­sche Sympto­me —  posi­ti­ve auto­im­mu­ne Biomar­ker (Rheu­ma­fak­tor bei 18,8%, SSA/SSA bei 6,25%, für das frühe Sjögren-Syndrom bei 31,3%, ANA posi­ti­v/RF-nega­tiv bei 6,25%).

Die Autoren resü­mie­ren, dass weite­re Studi­en erfor­der­lich sind, um Grenz­wer­te für die Zeit vor dem Bild­schirm auf der Grund­la­ge des Meibo­gra­phie-Grades fest­le­gen und die Korre­la­ti­on der auto­im­mu­nen Biomar­ker bei Kindern mit schwe­rer MDA bewer­ten zu können.

(tt)

Autoren: Cremers SL et al.
Korrespondenz: Sandra Lora Cremers; Scremer2@jhmi.edu
Studie: New Indicator of Children's Excessive Electronic Screen Use and Factors in Meibomian Gland Atrophy
Quelle:Am J Ophthalmol 2021;Apr12;S0002-9394(21)00160-4.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.03.035

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