Manu­el­les Grei­fen bei Glau­kom­pa­ti­en­ten

Schwierigkeiten bei der Zielidentifizierung stehen im Vordergrund

3. September 2020

NIZZA (Bier­mann) – Das Sehver­mö­gen spielt eine wich­ti­ge Rolle bei der Planung und Durch­füh­rung des manu­el­len Grei­fens (reaching and gras­ping). Eine fran­zö­si­sche Arbeits­grup­pe bewer­te­te die Auswir­kun­gen des Glau­koms auf die Moto­rik abhän­gig von der Zeit, die den Pati­en­ten zur visu­el­len Erkun­dung zur Verfü­gung stand. Konkret vergli­chen sie die Perfor­mance von 2 Reach-and-Grasp-Aufga­ben. In dem einem Fall hatten die Teil­neh­mer (16 Glau­kom­pa­ti­en­ten, 14 alters­ent­spre­chen­de und 18 junge Kontroll­per­so­nen) Zeit, ein durch seine Farbe defi­nier­tes Ziel­ob­jekt vor dem Ergrei­fen durch Betrach­ten zu erkun­den, im andern Fall nicht.

Unter­schie­de in der Bewe­gungs­dau­er und der Spit­zen­ge­schwin­dig­keit (Reaching-Phase) zwischen Glau­kom­pa­ti­en­ten und den alters­an­ge­pass­ten Kontrol­len wurden nur beob­ach­tet, wenn den Teil­neh­mern keine Zeit gege­ben wurde, die Objek­te vor der Greif­be­we­gung zu betrach­ten. Glau­kom­pa­ti­en­ten zeig­ten nur dann eine moto­ri­sche Störung (Gras­ping-Phase), wenn sie vor Durch­füh­rung der Reach-and-Grasp-Aufga­be keine Zeit hatten, die Situa­ti­on zu erkun­den. Die in frühe­ren Studi­en bei Glau­kom­pa­ti­en­ten beob­ach­te­ten moto­ri­schen Anoma­li­en in der Reaching-Phase schei­nen eher auf Schwie­rig­kei­ten bei der Ziel­iden­ti­fi­zie­rung als auf visuo­mo­to­ri­sche Defi­zi­te zurück­zu­füh­ren zu sein, schluss­fol­gern die Autoren. Aus klini­scher Sicht könne die moto­ri­sche Perfor­mance von Glau­kom­pa­ti­en­ten insbe­son­de­re durch eine zeit­li­che Einschrän­kung der Aufga­be modu­liert werden.

(isch)

Autoren: Corveleyn X et al.
Korrespondenz: Xavier Corveley; xavier.corveleyn@univ-cotedazur.fr
Studie: What is the Nature of the Reach-and-Grasp Deficit in Glaucoma?
Quelle: J Glaucoma 2020;29(9):799-806.
Web: https://doi.org/10.1097/IJG.0000000000001555

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