Mali­gne Tumore des Tränennasengang-Systems

Langfristige Nachsorge ist essenziell

14. Juni 2021

KALKUTTA (Bier­mann)  Mali­gne Tumore der ablei­ten­den Tränen­we­ge (LDS) sind selten, jedoch poten­zi­ell lebens­be­droh­lich. Sie umfas­sen ein brei­tes Spek­trum verschie­de­ner Enti­tä­ten. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass bösar­ti­ge LDS-Tumore epithe­lia­len Ursprungs weit häufi­ger auftre­ten als nicht epithe­lia­le Formen.

Die Thera­pie der Wahl stellt die breit­flä­chi­ge lokale Exzi­si­on mit adju­van­ter Bestrah­lung dar. Laut den Autoren sei eine lang­fris­ti­ge Nach­be­ob­ach­tung erfor­der­lich, um Rezi­di­ve zeit­nah zu erken­nen und die Über­le­bens­ra­te zu erhöhen.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 14 Pati­en­ten, bei denen zwischen 1995 und 2019 ein mali­gner LDS-Tumor diagnos­ti­ziert worden war, in die retro­spek­ti­ve Analy­se auf.

Das Durch­schnitts­al­ter der Pati­en­ten betrug 42,5 Jahre und das Geschlech­ter­ver­hält­nis war ausge­gli­chen. Die Arbeits­grup­pe ermit­tel­te bei 9 Pati­en­ten (64,2%) als Erst­dia­gno­se eine unila­te­ra­le tumo­rö­se Schwel­lung im Bereich des media­len Augen­win­kels. In 13 Fällen bestand eine primä­re Läsion und bei 1 Pati­en­ten stamm­te der Primär­tu­mor aus den umlie­gen­den Gewebs-Struk­tu­ren und war sekun­där in das TDS eingewachsen.

Bei 13 Pati­en­ten (92,8%) lag ein epithe­lia­les Mali­gnom vor, von denen in 4 Fällen (28,5%) – als häufigs­ter dieser Tumore – histopa­tho­lo­gisch ein Über­gangs­zell­kar­zi­nom diagnos­ti­ziert wurde.

Bei 1 von den 14 Pati­en­ten zeigte sich ein klein­zelli­ges B‑Zell-Lymphom.

Die Forscher fanden heraus, dass in 6 Fällen (42,8%) bereits vor Erst­vor­stel­lung eine oder mehre­re Dakryo­zy­s­tor­hi­no­s­to­mie-Opera­tio­nen ex domo aufgrund einer LDS-Obstruk­ti­on durch­ge­führt worden waren.

Bei 7 Pati­en­ten (50%) erfolg­te eine breit­flä­chi­ge Exzi­si­on des Tumors und in 3 Fällen (21,4%) wurde eine Dakryo­zys­tek­to­mie zusam­men mit einer Exen­te­ra­tio bulbi durch­ge­führt. Darüber hinaus stell­ten die Exper­ten fest, dass bei 4 Pati­en­ten (28,5%) eine zusätz­li­che Strah­len­the­ra­pie erfor­der­lich war. Meta­sta­sen zeig­ten sich in 3 Fällen (21,4%; 2 Fälle in den Lymph­kno­ten, 1 Fall im Kieferwinkel).

Die Autoren verzeich­ne­ten keine Morta­li­tät nach einer Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von 40,7 ± 25,1 Mona­ten (Median 26 Monate; Bereich 4–131 Monate).

(tt)

Autoren: Alam MS et al.
Korrespondenz: Shahid Alam; mshahidalam@gmail.com
Studie: Clinical profile and management outcomes of lacrimal drainage system malignancies
Quelle: Orbit 2021; May 21:1-8.
Web: dx.doi.org/10.108001676830.2021.1925932/

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