Maku­la­ö­dem bei reti­na­lem Venen­ver­schluss und Anti-VEGF-Therapie

Laborwerte und OCT-Befunde spiegeln Therapieansprechen wider

24. Mai 2022

CHAIDARI (Bier­mann) – Pati­en­ten mit einem thera­pi­e­nai­ven Maku­la­ö­dem infol­ge eines reti­na­len Venen­ver­schlus­ses (RVO) spre­chen besser auf eine Thera­pie mit VEGF-Inhi­bi­to­ren an, wenn zu Thera­pie­be­ginn die Ellip­so­ide Zone (EZ) und die Membra­na limitans exter­na (ELM) intakt sind, hyper­re­flek­ti­ve Foci ([HF]; in Neuro­re­ti­na migrie­ren­de RPE-Zellen) und eine Makula-Ischä­mie fehlen sowie das Verhält­nis Mono­zy­ten zu Lympho­zy­ten ([MLR]; Inflamma­ti­ons­mar­ker) erhöht ist. Zu diesem Ergeb­nis sind die Autoren einer aktu­el­len Arbeit gekommen.

In ihre prospek­ti­ve Studie schlos­sen die Wissen­schaft­ler 53 Pati­en­ten mit thera­pi­e­nai­vem Maku­la­ö­dem aufgrund eines RVO ein, bei denen intra­vit­rea­le Injek­tio­nen (IVI) mit VEGF-Inhi­bi­to­ren verab­reicht wurden und eine Follow-up-Zeit von 12 Mona­ten bestand. Die Arbeits­grup­pe führte vor den IVI eine ausführ­li­che ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung, einschließ­lich OCT und Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie (FAG), durch. Zusätz­lich bestimm­ten die Forschen­den mithil­fe bioche­mi­scher Blut­ana­ly­sen verschie­de­ne Labor­pa­ra­me­ter. In Monat 12 bewer­te­te die Studi­en­grup­pe das Anspre­chen auf die Behand­lung als „güns­tig“ oder als „ohne Anspre­chen“, und analy­sier­te poten­zi­el­le Asso­zia­tio­nen zwischen den Labor- und den bild­ge­ben­den Befun­den und dem Therapieansprechen.

Die Forscher ermit­tel­ten mithil­fe der univa­ria­ten Analy­se, dass ein „güns­ti­ges“ Anspre­chen 12 Monate nach Thera­pie­be­ginn mit folgen­den Para­me­tern zu Studi­en­be­ginn korre­lier­te: zentra­le Netz­haut­di­cke (CST) <464 µm (p<0,001), intak­te EZ (p<0,001) und ELM (p=0,001), Fehlen von subre­ti­na­ler Flüs­sig­keit, von HF (beide p<0,004), von einer epire­ti­na­len Membran (ERM; p=0,020) und von einer Makula-Ischä­mie (p<0,001) sowie ein gestei­ger­tes MLR (p=0,010). Alle ande­ren Labor­pa­ra­me­ter erreich­ten keine statis­ti­sche Signifikanz.

Darüber hinaus konsta­tier­ten die Reti­no­lo­gen mithil­fe der multi­va­ria­blen Analy­se, dass der EZ- und ELM-Status, HF, Makula-Ischä­mie und das MLR unab­hän­gi­ge Prädik­to­ren für das Anspre­chen auf die Thera­pie darstellten.

(tt)

Autoren: Chatziralli I et al.
Korrespondenz: Irini Chatziralli; eirchat@yahoo.gr
Studie: The impact of laboratory findings and optical coherence tomography biomarkers on response to intravitreal anti-VEGF treatment in patients with retinal vein occlusion
Quelle: Int Ophthalmol 2022; May 10 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s10792-022-02344-z

 

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