Maku­la­fora­men­chir­ur­gie

Fallserie zur Bewertung der Ergebnisse im Langzeitverlauf

15. Mai 2020

ANCONA (Bier­mann) – Bei erfolg­reich geschlos­se­nem Maku­la­fora­men steigt die durch Mikrope­ri­me­trie gemes­se­ne Netz­haut­emp­find­lich­keit nach einer langen Nach­be­ob­ach­tungs­zeit signi­fi­kant, selbst wenn der BCVA stabil bleibt oder leicht ansteigt. In der Regel ist die Gefäß­dich­te mehre­re Jahre nach der Opera­ti­on quan­ti­ta­tiv ähnlich gut wie beim zwei­ten Auge.

Dies sind die Ergeb­nis­se einer prospek­ti­ven, inter­ven­tio­nel­len Fall­se­rie, in die 14 Augen von 14 Pati­en­ten einge­schlos­sen wurden. Die Pati­en­ten hatten sich zwischen 2005 und 2009 in der Augen­kli­nik der Poly­tech­ni­schen Univer­si­tät in Ancona, Itali­en, einer Opera­ti­on eines idio­pa­thi­schen Maku­la­fora­mens (IMH) unter­zo­gen und wurden 2019 noch nach­un­ter­sucht. Die gesam­mel­ten Daten waren prä- und post­ope­ra­tiv die best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA), Netz­haut­sen­si­ti­vi­täts- und Fixa­ti­ons­sta­bi­li­täts­wer­te mit dem MP‑1 sowie struk­tu­rel­le Eigen­schaf­ten der Makula mit der Spec­tral-Domain-Opti­schen-Kohä­renz­to­mo­gra­phie. Mittels opti­scher Kohä­renz­to­mo­gra­phie-Angio­gra­phie (OCT‑A) wurden die mikro­vasku­lä­ren Eigen­schaf­ten beim fina­len Besuch bewer­tet. Es wurden nur Pati­en­ten mit einem erfolg­rei­chen MH-Verschluss einge­schlos­sen. Von ande­ren rele­van­ten Patho­lo­gien betrof­fe­ne Augen wurden ausgeschlossen.

Die mitt­le­re BCVA-Verbes­se­rung war nach der Opera­ti­on signi­fi­kant (t‑Test, p<0,001) und zeigte einen leich­ten, statis­tisch nicht signi­fi­kan­ten Anstieg zwischen post­ope­ra­ti­vem und lang­fris­ti­gem Follow-up. Prä- und post­ope­ra­tiv war die mitt­le­re Netz­haut­emp­find­lich­keit (dB) statis­tisch hoch signi­fi­kan­ten verschie­den (t‑Test, p=0,002), ebenso zwischen post­ope­ra­tiv und fina­lem Follow-up (p‑Wert <0,001).

Im Lang­zeit-Follow-up zeig­ten Proban­den mit Inte­gri­tät der Schicht des Innensegments/Außensegments (IS/OS) keinen statis­tisch signi­fi­kan­ten Unter­schied beim BCVA im Vergleich zu Proban­den mit IS/OS-Diskon­ti­nui­tät (t‑Test, p=0,72). Die OCTA-Para­me­ter des operier­ten Auges zeig­ten im Vergleich zum zwei­ten Auge keine statis­ti­sche Signifikanz.

(isch)

Autoren: Nicolai M et al.
Korrespondenz: Alessandro Franceschi; a.franceschi.md@gmail.com
Studie: Long-term improvement of retinal sensitivity after macular hole surgery over at least 9-year-old follow-up: a case series
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2020; May 3
Web: https://doi.org/10.1007/s00417-020-04719-3

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