Maku­la­fora­men

Gute anatomische und funktionelle Ergebnisse bei autologer Netzhauttransplantation

19. Oktober 2020

ROYAL OAK (Bier­mann) – Bei der Durch­füh­rung einer auto­lo­gen Netz­haut­trans­plan­ta­ti­on (ART) bei 130 Augen beob­ach­te­te ein globa­les Konsor­ti­um trotz komple­xer chir­ur­gi­scher Patho­lo­gie gute anato­mi­sche und funk­tio­nel­le Ergeb­nis­se mit gerin­gen Kompli­ka­ti­ons­ra­ten. In die multi­zen­tri­sche, retro­spek­ti­ve, inter­ven­tio­nel­le, konse­ku­ti­ve Fall­se­ri­en­stu­die wurden 130 Pati­en­ten einge­schlos­sen, die sich zwischen Januar 2017 und Dezem­ber 2019 einer ART zur Behand­lung von primä­ren und refrak­tä­ren Maku­l­alö­chern sowie einer kombi­nier­ten rheg­ma­to­ge­nen Netz­haut­ab­lö­sung mit Makul­a­loch (MH-RRD) unter­zo­gen haben.

Bei allen Pati­en­ten wurde eine Pars-Plana-Vitrek­to­mie und eine ART durch­ge­führt, wobei die intra­ope­ra­ti­ven Varia­blen durch den Chir­ur­gen modi­fi­ziert wurden. Für den Report sammel­ten die Autoren präope­ra­ti­ve, intra­ope­ra­ti­ve und post­ope­ra­ti­ve Daten. Zwei Gutach­ter werte­ten verblin­det die Bilder der opti­schen Kohä­renz­to­mo­gra­phie (OCT) aus. Bewer­tet wurden weiter­hin die Verschluss­ra­te der Maku­la­fora­men, best­kor­ri­gier­ter Visus (VA), äußere Grenz­men­bran, Inte­gri­tät der ellip­so­iden Zone (EZ) und Ausrich­tung der neuro­sen­so­ri­schen Schich­ten (ANL) im OCT.

Welt­weit wurden 130 ART-Opera­tio­nen von 33 Chir­ur­gen durch­ge­führt. Die Pati­en­ten­da­ten waren: Durch­schnitts­al­ter 63 ±6,3 Jahre, 58% Frauen, 41% Hell­häu­ti­ge, 23% Afri­ka­ner, 19% Asia­ten und 17% Lati­nos. Der präope­ra­ti­ve logMAR-VA betrug 1,37 ±0,12 (~20/500), was sich post­ope­ra­tiv signi­fi­kant auf 1,05 ±0,09 (etwa 20/225; p<0,001) verbes­ser­te (mitt­le­res Follow-up 8,6 ±0,8 Monate).

Eine ART wurde in 27% der Fälle zur Repa­ra­tur primä­rer Maku­l­alö­cher (n=35) durch­ge­führt, in 58% der Fälle bei refrak­tä­ren Maku­l­alö­chern (n=76; mitt­le­re Anzahl frühe­rer Opera­tio­nen 1,6 ±0,2) und in 15% der Fälle bei MH-RRD (n=19). Der mitt­le­re maxi­ma­le Durch­mes­ser der Maku­l­alö­cher betrug 1470 ±160 μm, der mitt­le­re mini­ma­le Durch­mes­ser 840 ±94 μm und die mitt­le­re axiale Länge 24,6 ±3,2 mm.

Insge­samt schlos­sen sich 89% der Maku­l­alö­cher (78,5% voll­stän­dig, 10% klei­ner exzen­tri­scher Defekt), mit einer Verschluss­ra­te von 95% bei MH-RRD (68,4% voll­stän­dig, 26,3% klei­ner exzen­tri­scher Defekt). Der VA verbes­ser­te sich bei 43% der Augen um mindes­tens 3 Visus­stu­fen und bei 29% um mindes­tens 5 Visus­stu­fen. Die Rekon­sti­tu­ti­on der EZ (p=0,02) und der ANL (p=0,01) im OCT war mit einem besse­ren endgül­ti­gen VA asso­zi­iert. Es gab 5 Fälle von ART-Trans­plan­tat-Dislo­ka­ti­on (3,8%), 5 Fälle von post­ope­ra­ti­ver Netz­haut­ab­lö­sung (3,8%) und 1 Fall von Endo­ph­thal­mi­tis (0,77%).

(isch)

Autoren: Moysidis SN et al.
Korrespondenz: Tamer H. Mahmoud; tmahmoud@arcpc.net
Studie: Autologous Retinal Transplantation for Primary and Refractory Macular Holes, and Macular Hole Retinal Detachments: The Global Consortium
Quelle: Ophthalmology 2020; Oct 9
Web: https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2020.10.007

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