Maku­lä­re Telean­giek­ta­si­en-Typ‑2

Zentrale Pigmentdichte als pathognomonischen Biomarker ermittelt

27. Juni 2022

CHENNAI (Bier­mann) – Maku­lä­re Telean­giek­ta­si­en (MacTel)-Typ‑2 sind durch para­fovea­le, tempo­ral begin­nen­de und sich quer­oval nach zentral ausbrei­ten­de telean­giekt­a­ti­sche Kapil­la­ren sowie durch eine Atro­phie der Photo­re­zep­tor­schicht gekenn­zeich­net. Die Verfas­ser einer aktu­el­len Arbeit haben nun gezeigt, dass sich bei MacTel-Typ‑2 eine verstärk­te zentra­le Refle­xi­vi­tät zeigt, was auf eine vermin­der­te zentra­le opti­sche Dichte des Maku­la­pig­ments (MPOD) hinweist – die norma­ler­wei­se zentral stark ausge­prägt ist –, während sich para­zen­tral Maku­la­pig­ment ring­ar­tig anrei­chert. Dieser Befund könnte sich laut den Autoren als charak­te­ris­ti­scher Biomar­ker eignen.

In ihre prospek­ti­ve Quer­schnitts­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 22 Pati­en­ten (41 Augen) mit MacTel verschie­de­ner Stadi­en (nach Gass et al.) sowie 31 Kontroll­per­so­nen (60 Augen) ein. Die Arbeits­grup­pe bestimm­te mithil­fe der Vertei­lung der 2‑Wel­len­län­gen-Auto­fluo­res­zenz (simul­ta­ne Anre­gung bei den Wellen­län­gen 486 und 518 nm) in der Spec­tra­lis-OCT die fovea­le und para­fovea­le (1°, 2° und 6° exzen­trisch um die Fovea) MPOD sowie das MPO-Volu­men (MPOV). Zusätz­lich über­prüf­te die Gruppe OCT-Befun­de in den einzel­nen Netz­haut­schich­ten sowie die Sehschär­fe (VA).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass sich die mitt­le­re MPOD in der MacTel-Gruppe mit ‑0,11±0,14 du (Dichte-Einheit dugrad) als signi­fi­kant gerin­ger erwies als in der Kontroll­grup­pe mit 0,38±0,11 du bei 1°-fovealer Exzen­tri­zi­tät (p<0,001).

Ebenso zeigte sich das mitt­le­re MPOV bei den MacTel-Augen mit ‑211,63±223,42 du2 signi­fi­kant redu­ziert gegen­über den Kontrollau­gen mit 792,25±210,18 du2 bei 1° fovea­ler Exzen­tri­zi­tät (p<0,001).

Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass die Werte der mitt­le­ren MPOD in den verschie­de­nen MacTel-Stadi­en peri­pher signi­fi­kant höher lagen als zentral. Zudem war eine signi­fi­kant vermin­der­te zentra­le MPOD mit hypo­re­flek­ti­ven intra­r­e­ti­na­len Kavi­tä­ten (p=0,035), einer Desin­te­gri­tät der Ellip­so­id-Zone (p=0,034) sowie einer schlech­ten VA (p=0,025) assoziiert.

(tt)

Autoren: Srinivasan R et al.
Korrespondenz: Rajiv Raman; rajivpgraman@gmail.com
Studie: Distribution of macular pigments in macular telangiectasia type 2 and correlation with optical coherence tomography characteristics and visual acuity
Quelle: BMC Ophthalmol 2022; Jun 13;22(1):264.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-022-02483-y

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