Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on und Autofahren

Trotz massiver Seheinschränkung fahren viele weiterhin selbst

22. November 2021

OSAKA (Bier­mann) – In einer aktu­el­len Studie aus Japan hat sich gezeigt, dass die Mehr­heit der Pati­en­ten mit exsu­da­ti­ver Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on (AMD) trotz der damit verbun­de­nen Gefah­ren weiter­hin selber Auto fuhren.

Das Ziel der Studie bestand darin, die Fahr­tüch­tig­keit von Pati­en­ten mit exsu­da­ti­ver AMD, bei denen eine einsei­ti­ge Blind­heit oder ein para­zen­tra­les Skotom ohne Sehver­schlech­te­rung vorla­gen, zu bewer­ten. Die Wissen­schaft­ler präsen­tier­ten 197 Pati­en­ten mit AMD im Univer­si­täts­kran­ken­haus Osaka (Japan), die bisher mit dem Auto aktiv am Stra­ßen­ver­kehr teil­ge­nom­men hatten, einen Frage­bo­gen zum Auto­fah­ren. 50 Pati­en­ten litten an einer bila­te­ra­len AMD und 142 an einer unila­te­ra­len. Die Arbeits­grup­pe unter­such­te den Zusam­men­hang zwischen den Frage­bog­en­er­geb­nis­sen und dem best­kor­ri­gier­ten Visus (BCVA). Das Durch­schnitts­al­ter der Pati­en­ten betrug 74,8±6,9 Jahre und der mitt­le­re BCVA am rech­ten Auge 0,48 und am linken Auge 0,47.

Die Forscher ermit­tel­ten eine nega­ti­ve Korre­la­ti­on zwischen dem Anteil der Pati­en­ten, die aufgrund von AMD das Auto­fah­ren aufga­ben, und dem Sehver­mö­gen des schlech­te­ren Auges (p<0,0001). Die Exper­ten stell­ten fest, dass 130 (66%) der Teil­neh­mer dennoch Auto fuhren. Unab­hän­gig von der BCVA woll­ten 84% von ihnen weiter selbst mit einem Fahr­zeug aktiv am Stra­ßen­ver­kehr teil­neh­men. Auf die Frage, welche Situa­tio­nen sie als gefähr­lich wahr­nah­men, gaben alle Pati­en­ten das Über­se­hen von Perso­nen oder Signa­len an. Auch Nacht­fahr­ten wurden genannt. Des Weite­ren erklär­ten die Pati­en­ten, mit ein- oder beid­sei­ti­ger Sehver­schlech­te­rung eine Einengung des Sicht­fel­des zu bemer­ken sowie Schwie­rig­kei­ten beim Erken­nen von Signal­far­ben zu haben.

Die Autoren beto­nen, dass AMD-Pati­en­ten, die weiter­hin Auto fahren, wegen der erhöh­ten Gefahr beson­de­re Aufmerk­sam­keit geschenkt werden sollte. Dies gelte auch, wenn sie die entspre­chen­de Fahr­erlaub­nis besit­zen. Medi­zi­ner soll­ten die spezi­fi­schen Risi­ken beim Auto­fah­ren je nach der Art der Erkran­kung und der spezi­el­len Proble­me des jewei­li­gen Pati­en­ten beurteilen.

(tt)

Autoren: Hara C et al.
Korrespondenz: Chikako Hara; chikako.ueno@ophtal.med.osaka-u.ac.jp
Studie: Questionnaire Survey on Driving among Patients with Age-Related Macular Degeneration in Japan
Quelle: J Clin Med 2021; Oct 21;10(21):4845.
Web: dx.doi.org/10.3390/jcm10214845

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