Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on mit geogra­phi­scher Atro­phie oder maku­lä­rer Neovaskularisation

Nichtkodierende RNA als mögliche Biomarker und therapeutisches Ziel erkannt

1. August 2022

BUFFALO (Bier­mann) – Die nicht­ko­die­ren­de RNA (ncRNA) über­nimmt wich­ti­ge regu­la­to­ri­sche und struk­tu­rel­le Funk­tio­nen, indem sie die Trans­la­ti­on durch Bindung an Ziel-mRNA hemmt oder akti­viert (RNA-Inter­fe­renz anstel­le in ein Prote­in über­setzt zu werden) und dadurch über eine Beein­flus­sung der Genex­pres­si­on den Fluss der gene­ti­schen Infor­ma­ti­on kontrol­liert. Sie spielt eine entschei­den­de Rolle bei der Patho­ge­ne­se vieler komple­xer Erkran­kun­gen, wie der AMD.

Studi­en haben ncRNAs bei der AMD bislang als poten­zi­el­le Biomar­ker unter­sucht sowie die Hypo­the­se aufge­stellt, dass sich diese als thera­peu­ti­sche Ziele verwen­den lassen. Andere Studi­en befass­ten sich mit der Früh­erken­nung, Progno­se und Biomar­ker-geführ­ten Thera­pie über die Unter­su­chung von durch verän­der­te ncRNAs akti­vier­te patho­phy­sio­lo­gi­sche zellu­lä­re Signal­we­ge bei AMD. Diese umfass­ten bspw.: 1. oxida­ti­ve Stress­fak­to­ren, die die ncRNA-Expres­si­on hoch­re­gu­lie­ren, 2. Lipid-Dysre­gu­la­ti­on, 3. Dysre­gu­la­ti­on des Immun- und Komple­ment­sys­tems, erbli­cher Poly­mor­phis­men im Komple­ment­fak­tor H sowie Profil­ver­än­de­run­gen entzünd­li­cher Zyto­ki­ne im Netz­haut­ge­we­be und im Blut­plas­ma.

Die Forschen­de vermu­ten zudem, dass mithil­fe der ncRNAs die inter­in­di­vi­du­el­le Varia­bi­li­tät in der Reak­ti­on auf eine Anti-VEGF-Thera­pie vorher­ge­sagt und eine indi­vi­du­el­le Thera­pie auf Grund­la­ge eines Verständ­nis­ses der zugrun­de liegen­den mole­ku­la­ren Mecha­nis­men ermög­licht werden könnte.

Laut den Exper­ten sind für die Iden­ti­fi­zie­rung von ncRNA-Biomar­ken geeig­ne­te Quel­len von krank­heits­be­trof­fe­nem Gewebe erfor­der­lich. Ein weite­rer Ansatz wäre ein solcher, der sich auf Serum- und Plasma-ncRNA stützt, von denen bekannt ist, dass sie mit Augen­pro­zes­sen wie Neuro­pro­tek­ti­on und Angio­ge­ne­se korre­lie­ren. Alle für die Unter­su­chung ausge­wähl­ten ncRNAs soll­ten bei AMD quan­ti­ta­tiv verän­dert sein sowie ein organ- und zell­spe­zi­fi­sches Expres­si­ons­mus­ter aufwei­sen, bevor die Verän­de­run­gen darstell­bar oder typi­sche Marker im Blut nach­weis­bar sind.

Darüber hinaus ist im Rahmen von Studi­en die Pati­en­ten­po­pu­la­ti­on essen­zi­ell, in denen AMD-Pati­en­ten und Kontroll­per­so­nen gut charak­te­ri­siert sind, um Unter­schie­de in der ncRNA-Expres­si­on zwischen den Grup­pen quan­ti­fi­zie­ren zu können.

Eine der größ­ten Heraus­for­de­run­gen, um ein wirk­sa­mes ncRNA-Thera­peu­ti­kum bei AMD zu entwi­ckeln, umfasst die Bestim­mung des spezi­fi­schen patho­lo­gi­schen Prozes­ses, auf den bei AMD abge­zielt werden soll, um eine selek­ti­ve Repres­si­on zu erreichen.

(tt)

Autoren: Zhang C et al.
Korrespondenz: Margaret M DeAngelis; mmdeange@buffalo.edu
Studie: AMD Genomics: Non-Coding RNAs as Biomarkers and Therapeutic Targets
Quelle: J Clin Med 2022; Mar 9;11(6):1484.
Web: dx.doi.org/10.3390/jcm11061484

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.