Maku­l­a­b­lu­tung unter­schied­li­cher Genese

Vitrektomie mit r-tPA, Gas und Anti-VEGF erzielt gute Ergebnisse

13. Januar 2022

PARIS (Bier­mann) – Wie die Autoren einer aktu­el­len Studie gezeigt haben, ist die chir­ur­gi­sche Inter­ven­ti­on bei einer Maku­l­a­b­lu­tung (MaH) eine siche­re thera­peu­ti­sche Option, um die best­kor­ri­gier­te Sehschär­fe (BCVA) der Pati­en­ten zu stabi­li­sie­ren bzw. zu verbessern.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen im Zeit­raum 2014–2019 65 Patienten/Augen mit MaH in ihre multi­zen­tri­sche, retro­spek­ti­ve Fall­stu­die ein. Bei 57 Pati­en­ten trat die MaH aufgrund einer AMD und in 8 Fällen durch ein reti­na­les arte­ri­el­les Makroaneu­rys­ma (RAM) auf. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te insbe­son­de­re Daten zur Medi­ka­men­ten­ana­mne­se (Anti­ko­agu­lan­zi­en), vorhe­ri­gen Anti-VEGF-Thera­pien sowie zu den Befun­den vor dem Auftre­ten der MaH, zu Studi­en­be­ginn und post­ope­ra­tiv (Monat 1 und 6), vor allem die BCVA (in dezi­mal) und Befun­de der Spec­tral-Domain-OCT (SD-OCT).

Bei allen Pati­en­ten wurde im Mittel nach 7,1 ± 6,7 Tagen eine Pars-plana-Vitrek­to­mie (ppV) mit subre­ti­na­ler Injek­ti­on von rekom­bi­nan­tem Gewe­be­plas­mi­no­gen­ak­ti­va­tor (r‑tPA), intra­vit­rea­ler Gastam­po­na­de sowie post­ope­ra­ti­ver Anti-VEGF-Injek­tio­nen monat­lich für ≥6 Monate durchgeführt.

Die Forscher ermit­tel­ten bei der Erst­vor­stel­lung mit MaH eine mitt­le­re BCVA in der AMD-Gruppe von HBW und in der RAM-Gruppe von 0,05 ± 0,27. In Monat 1 und 6 stell­ten die Reti­no­lo­gen fest, dass die BCVA bei 84,6% der Pati­en­ten gleich­ge­blie­ben war oder sich verbes­sert hatte (p<0,05).

Die anato­mi­sche Erfolgs­ra­te (komplet­te Verdrän­gung der zentra­len MaH) betrug 82% nach 6 Monaten.

Die Ophthal­mo­lo­gen konsta­tier­ten als prädik­ti­ve Fakto­ren für eine BCVA ≥0,05 in Monat 1 jünge­res Alter (p=0,05), hohe BCVA (p=0,011), BCVA ≥0,05 (p=0,02), gerin­ge Größe der MaH (OR 0,64 und 0,74 hori­zon­tal und verti­kal; p<0,05) sowie frühe­re Anti-VEGF-Injek­tio­nen im Treat-and-Extend-Schema (OR 16,7; p=0,001).

Demge­gen­über zeigte sich, dass eine Verschlech­te­rung der BCVA in Monat 6 mit einem höhe­ren Alter bei Diagno­se (p=0,0002) und einer stär­ke­ren subre­ti­na­len Erhe­bung der MaH in der SD-OCT (p=0,03) asso­zi­iert war.

Als häufigs­te Kompli­ka­tio­nen nach 6 Mona­ten traten Abla­tio­nes (3%) und Rezi­di­ve der MaH (9,4%) auf.

(tt)

Autoren: Pierre M et al.
Korrespondenz: Mitta Pierre; mitta.pierre@live.fr
Studie: Macular Hemorrhage Due to Age-Related Macular Degeneration or Retinal Arterial Macroaneurysm: Predictive Factors of Surgical Outcome
Quelle: J Clin Med 2021; Dec 10;10(24):5787.
Web: dx.doi.org/10.3390/jcm10245787

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