Makula-Atro­phie bei nAMD

Anti-VEGF-Therapie: Treat and Extend versus Pro re nata

25. Juni 2020

SYDNEY (Bier­mann) – In einem Real-Life-Setting wurden über 4 Jahre Inzi­denz und Progres­si­on einer Makula-Atro­phie (MA) bei Augen mit neovasku­lä­rer alters­ab­hän­gi­ger Maku­la­de­ge­ne­ra­ti­on (nAMD) unter Anti-VEGF-Thera­pie (VEGF = vascu­lar endo­the­li­al growth factor) unter­sucht. Behan­delt wurde entwe­der unter Anwen­dung eines Treat-and-Extend(T&E)- oder eines Pro-re-nata(PRN)-Regimes. Dabei zeigte sich, dass weder die Inzi­denz noch die Progres­si­on durch das Behand­lungs­sche­ma und die Injek­ti­ons­häu­fig­keit beein­flusst wurden. Augen, die mit einem T&E‑Regime behan­delt wurden, erhiel­ten mehr Injek­tio­nen und hatten besse­re visu­el­le Ergeb­nis­se als Augen, die nach dem PRN-Thera­pie­kon­zept behan­delt wurden.

In die 4‑jährige multi­zen­tri­sche, retro­spek­ti­ve, verglei­chen­de Studie wurden 264 Pati­en­ten mit thera­pi­e­nai­ver nAMD einge­schlos­sen. Konse­ku­ti­ve Pati­en­ten mit nAMD erhiel­ten eine Anti-VEGF-Thera­pie gemäß einem T&E- (n=163) oder PRN-Regime (n=101). Es wurden jene Augen einge­schlos­sen, die über einen Zeit­raum von mindes­tens 4 Jahren Anti-VEGF-Injek­tio­nen erhal­ten hatten und zu denen jähr­li­che Fundus-Auto­fluo­res­zenz- (FAF) und optische-Kohärenztomographie(OCT)-Bilder vorla­gen. Zwei Grader erfass­ten verblin­det und unab­hän­gig vonein­an­der Berei­che einer MA aus seri­el­len FAF-Bildern. Anschlie­ßend wurden die Wachs­tums­ra­ten berech­net. Die Haupt­er­geb­nis­se waren die Inzi­denz und Progres­si­on von MA über 4 Jahre und der Zusam­men­hang zwischen Behand­lungs­stra­te­gie und Anzahl der Injektionen.

Zu Studi­en­be­ginn war eine MA bei 24% der Studi­en­au­gen in der T&E‑Gruppe und bei 20% in der PRN-Gruppe vorhan­den (p=0,32). Im Jahr 4 hatten 27% (34/124) in der T&E- und 25% (20/81) der Augen in der PRN-Gruppe ohne Base­li­ne-MA eine nach­weis­ba­re MA.

Bei Pati­en­ten mit MA zu Studi­en­be­ginn stieg die mitt­le­re Quadrat­wur­zel­flä­che der MA in der T&E- bzw. PRN-Gruppe um 0,4 ±0,2 bzw. 0,4 ±0,1 mm/Jahr (p=0,23). Multi­va­ria­te Analy­sen für Prädik­to­ren eines MA-Wachs­tum zeig­ten, dass ein höhe­res Alter, ein schlech­te­rer Visus zu Beginn und das Vorhan­den­sein einer reti­na­len angio­ma­tö­sen Proli­fe­ra­ti­on (RAP) das Risiko für eine stär­ke­re MA-Progres­si­on erhöh­ten (p=0,03).

Eine Regres­si­ons­ana­ly­se zeigte keinen Zusam­men­hang zwischen T&E- und PRN-Behand­lungs­stra­te­gien mit dem Risiko der Entwick­lung einer neuen MA während der vier Jahre Follow-up oder der Progres­si­on einer bereits bestehen­den MA im Jahr 4 (p=0,692).

(isch)

Autoren: Spooner KL et al.
Korrespondenz: Andrew A Chang; achang@sydneyretina.com.au
Studie: Macular Atrophy Incidence and Progression in Eyes with Neovascular Age-Related Macular Degeneration Treated with VEGF Inhibitors Using a Treat-and-Extend or a Pro-Re-Nata Regimen. Four Year Results of the MANEX Study
Quelle: Ophthalmology 2020; Jun 13.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2020.06.019

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