Longi­tu­di­nal­be­ur­tei­lung

Neonatale Netzhautblutung führt im Alter von 4 Jahren nicht zu Sehstörungen

15. Februar 2021

GUANGZHOU (Bier­mann) – Die neona­ta­le Netz­haut­blu­tung (NRH) ist eine der häufigs­ten Fundu­ser­kran­kun­gen bei Neuge­bo­re­nen. Die Blutung verschwin­det spon­tan; über das lang­fris­ti­ge Ergeb­nis ist jedoch nichts bekannt. Eine nicht inter­ven­tio­nel­le Kohor­ten­stu­die mit 125 Neuge­bo­re­nen unter­such­te daher die lang­fris­ti­gen Auswir­kun­gen einer NRH auf die fovea­le Struk­tur und visu­el­le Funk­ti­on. Zumin­dest in dieser Studie mit der rela­tiv klei­nen Proban­den­zahl führ­ten geburts­be­ding­te reti­na­le Blutun­gen und sogar fovea­le Blutun­gen (FH) nicht zu Sehstö­run­gen im Alter von 4 Jahren. In der Studie wurde jedoch laut Studi­en­au­toren eine dicke­re Fovea fest­ge­stellt, die haupt­säch­lich auf eine brei­te­re äußere Körner­schicht (ONL) und eine flache­re fovea­le Mulde zurück­zu­füh­ren sei.

Die Kohor­ten­stu­die schloss 125 gesun­de Neuge­bo­re­ne im Zeit­raum 2013–2015 ein, darun­ter 50 Neuge­bo­re­ne mit NRH und 75 Neuge­bo­re­ne ohne NRH. Die Augen mit NRH wurden weiter­hin in die FH-Gruppe und die Nicht-FH-Gruppe einge­teilt. In der prospek­ti­ven Längs­schnitt­stu­die wurden die Teil­neh­mer dann 4–6 Jahre nach­be­ob­ach­tet. Die Ärzte führ­ten umfas­sen­de ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung durch, einschließ­lich der Messung der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA), Spalt­lam­pen­un­ter­su­chung, Refrak­ti­ons­feh­ler­mes­sung, Scan­ning-Laser-Ophthal­mo­sko­pie und Spec­tral-Domain-Opti­scher-Kohä­renz­to­mo­gra­phie (SD-OCT). Die gesam­te Netz­haut­di­cke (TRT) sowie die inne­ren und äuße­ren Netz­haut­schich­ten wurden gemes­sen und verglichen.

Die NRH wurde inner­halb von 2,1 ±0,98 Wochen resor­biert (Median 3 Wochen). In den demo­gra­fi­schen Merk­ma­len unter­schie­den sich die Grup­pen nicht; es gab keinen signi­fi­kan­ten Unter­schied beim logMAR BCVA (p=0,83) oder in der TRT. Die Subgrup­pen­ana­ly­se zeigte, dass die TRT an der Fovea (CRT) in der FH-Gruppe signi­fi­kant dicker war (p=0,005). Und die Segmen­tie­rungs­ana­ly­se zeigte eine signi­fi­kant dicke­re fovea­le ONL in der FH-Gruppe (p=0,017).

(isch)

Autoren: Sun L et al.
Korrespondenz: Xiaoyan Ding; dingxiaoyan@gzzoc.com
Studie: What is left after resolution of neonatal retinal hemorrhage: The longitudinal long-term outcome in foveal structure and visual function
Quelle: Am J Ophthalmol 2021 Feb 5:S0002-9394(21)00059-3.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2021.01.028

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