Leber­sche konge­ni­ta­le Amaurose

CEP290-Mutationsspektrum in deutscher Kohorte untersucht

23. November 2019

TÜBINGEN (Bier­mann) – Die Genthe­ra­pie der Leber­schen konge­ni­ta­len Amau­ro­se (LCA) wird verfüg­bar. Daher ist es wich­tig, geeig­ne­te Kandi­da­ten zu iden­ti­fi­zie­ren. Eine Arbeits­grup­pe um Prof. Eber­hart Zren­ner, Tübin­gen, berich­tet im „Ameri­can Jour­nal of Ophthal­mo­lo­gy“ über das Spek­trum und den damit verbun­de­nen Phäno­typ von CEP290-Muta­tio­nen in der größ­ten an einer deut­schen Klinik beob­ach­te­ten Kohorte.

In die prospek­ti­ve Kohor­ten­stu­die wurden 23 Pati­en­ten mit Muta­tio­nen in CEP290 einge­schlos­sen. Die geno­mi­sche DNA wurde durch Sanger-Sequen­zie­rung oder Hoch­durch­satz-Sequen­zie­rung für alle Retini­tis-Pigmento­sa-asso­zi­ier­ten Gene analy­siert. Bei Fami­li­en­mit­glie­dern erfolg­te eine Segre­ga­ti­ons­ana­ly­se. Die Pati­en­ten wurden funk­tio­nell und morpho­lo­gisch unter­sucht, einschließ­lich Fundus-Auto­fluo­res­zenz und Spec­tral-Domain-Opti­scher-Kohä­renz­to­mo­gra­phie (SD-OCT).

Die häufigs­te Muta­ti­on war c.2991+1655A>G, welche bei 87% der Pati­en­ten (20/23) gefun­den wurde. 30% der Pati­en­ten (7/23) trugen die Muta­ti­on offen­bar im homo­zy­go­ten Zustand und 57% (13/23) im wahr­schein­lich zusam­men­ge­setz­ten hete­ro­zy­go­ten Zustand. Die häufigs­te klini­sche Diagno­se war in 82% der Fälle (19/23) eine LCA und/oder eine früh einset­zen­de schwe­re Netz­haut­dys­tro­phie, gefolgt von einer Retini­tis pigmento­sa in 14% (3/23) und einer Zapfen-Stäb­chen-Dystro­phie in 4% der Fälle (1/23).

Der best­kor­ri­gier­te Visus (BVCA) war stark auf die Rest­licht­wahr­neh­mung und ein Hand­be­we­gungs­se­hen redu­ziert. Eine Ausnah­me waren 3 Pati­en­ten mit einem BCVA von 0,8 (Snel­len). Das Gesichts­feld war stark vermin­dert und das Elek­tro­re­ti­no­gramm war in den meis­ten Fällen nicht nach­weis­bar, jedoch schie­nen die Netz­haut­schich­ten an der Fovea rela­tiv gut erhal­ten zu sein. Syste­mi­sche Störun­gen wurden nicht bemerkt.

In der Tübin­ger Kohor­te zeigte sich der homo­zy­go­te Geno­typ von c.2991+1655A>G mit einem schwer­wie­gen­de­ren Phäno­typ. Natio­na­le Studi­en und weite­re detail­lier­te Phäno­typ­ana­ly­sen schei­nen wich­tig zu sein, um die Notwen­dig­keit und die Aussich­ten spezi­fi­scher Genthe­ra­pien besser einzu­schät­zen zu können, so das Fazit der Autoren.

(isch)

Autoren: Feldhaus B et al.
Korrespondenz: Ditta Zobor; ditta.zobor@uni-tuebingen.de.
Studie: CEP290 mutation spectrum and delineation of the associated phenotype in a large German cohort: a monocentric study
Quelle: Am J Ophthalmol 2019 Nov 14.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2019.11.012

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