Leber­sche heredi­tä­re Optikus-Neuropathie

Intravitreale Gentherapie in einem Auge führt in beiden Augen zu vergleichbaren Ergebnissen

17. Januar 2021

ATLANTA (Bier­mann) – Pati­en­ten mit einer Leber­schen heredi­tä­ren Opti­kus-Neuro­pa­thie (LHON) zeig­ten 96 Wochen nach unila­te­ra­ler Injek­ti­on von rAAV2/2‑ND4 im behan­del­ten und im nicht behan­del­ten Auge mitein­an­der vergleich­ba­re Ergeb­nis­se. Die Injek­ti­on erfolg­te inner­halb von 6 Mona­ten nach Krank­heits­be­ginn im Rahmen von RESCUE, einer multi­zen­tri­schen, rando­mi­sier­ten, doppel­blin­den, kontrol­lier­ten Phase-3-Studie. Einge­schlos­sen wurden Proban­den mit einer G11778A-Mutation.

Das rechte Auge jedes Proban­den wurde zufäl­lig (1:1) einer Behand­lung mit rAAV2/2‑ND4 (Einzel­in­jek­ti­on von 9×10ˆ10 vira­len Geno­men in 90 μl) oder einer Schei­nin­jek­ti­on zuge­ord­net. Das linke Auge erhielt die Behand­lung, die nicht dem rech­ten Auge zuge­ord­net war. Der primä­re Endpunkt war die Ände­rung des best­kor­ri­gier­ten Visus (BCVA) zwischen dem mit rAAV2/2‑ND4 behan­del­ten und dem Kontrollau­ge nach 48 Wochen. Das Follow-up wurde bis Woche 96 verlängert.

Die Studi­en­au­toren analy­sier­ten bei 38 Proban­den die Wirk­sam­keit. Das Durch­schnitts­al­ter betrug 36,8 Jahre, 82% waren männ­lich. Die mitt­le­re Dauer des Sehver­lusts zum Zeit­punkt der Behand­lung betrug 3,6 Monate bei den mit rAAV2/2‑ND4 behan­del­ten Augen und 3,9 Monate bei den zum Schein behan­del­ten Augen.

Der durch­schnitt­li­che BCVA (Stan­dard­ab­wei­chung) lag anfäng­lich bei 1,31 logMAR (0,52) bei den Augen, die mit dem vira­len Vektor behan­delt wurden und bei 1,26 (0,62) bei den schein­be­han­del­ten Augen (Range –0,20 bis 2,51). In Woche 48 war der Unter­schied der BCVA-Ände­rung gegen­über dem Ausgangs­wert zwischen rAAV2/2‑ND4 und Kontrol­le –0,01 logMAR (p=0,89). Der primä­re Endpunkt einer Diffe­renz von –0,3 logMAR (15 Buch­sta­ben) wurde nicht erreicht.

Der mitt­le­re BCVA für beide Grup­pen verschlech­ter­te sich in den ersten Wochen und erreich­te in Woche 24 die schlech­tes­ten Werte, gefolgt von einer Plateau-Phase bis Woche 48 und einer Verbes­se­rung von +10 ETDRS-Buch­sta­ben in den mit rAAV2/2‑ND4 behan­del­ten und +9 ETDRS-Buch­sta­ben in den schein­be­han­del­ten Augen.

(isch)

Autoren: Newman NJ et al.
Korrespondenz: Nancy J. Newman; ophtnjn@emory.edu
Studie: Efficacy and Safety of Intravitreal Gene Therapy for Leber Hereditary Optic Neuropathy Treated within 6 Months of Disease Onset
Quelle: Ophthalmology 2021 Jan 12:S0161-6420(20)31187-8.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2020.12.012

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