Laten­tes diabe­ti­sches Makulaödem

FAG zeigt höhere Detektionsrate als OCT

4. November 2021

SHENYANG (Bier­mann) – Der Schwe­re­grad einer diabe­ti­schen Reti­no­pa­thie (DR) wird bei Farb­fun­dus­auf­nah­men (CFI) im Vergleich zur Fluo­res­zen­z­an­gio­gra­phie (FAG) unter­schätzt. Ebenso kann mithil­fe der FAG ein laten­tes diabe­ti­sches Maku­la­ö­dem (DMÖ), welches in OCT-Aufnah­men nicht darstell­bar ist, erkannt werden. Die zentra­le Fovea­di­cke (CFT) scheint bei der Diagno­se eines laten­ten DMÖ kein empfind­li­cher Para­me­ter zu sein. Zu diesen Ergeb­nis­sen sind die Autoren einer aktu­el­len Studie aus China gekommen.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 77 Pati­en­ten (132 Augen) mit DR in ihre retro­spek­ti­ve Studie ein. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te und analy­sier­te OCT‑, FAG- sowie CF-Aufnah­men der Makula, insbe­son­de­re hinsicht­lich der CFT. Die Forscher ermit­tel­ten, dass der Schwe­re­grad der DR in der FAG signi­fi­kant höher lag als in CFI ange­nom­men (schwe­re RD 94 Augen vs. 44 Augen; p<0,001).

Mithil­fe der OCT-Aufnah­men diagnos­ti­zier­ten die Reti­no­lo­gen bei 26 Augen (19,7%) ein DMÖ. Dieses stell­te sich bei 13 Augen als cysto­i­des Maku­la­ö­dem, in 13 Fällen als seröse Abla­tio, bei 11 Augen als diffu­se reti­na­le Verdi­ckung und in 4 Fällen als Unre­gel­mä­ßig­kei­ten des vitreo­ma­ku­lä­ren Inter­faces dar (Mehr­fach­nen­nun­gen). Demge­gen­über diagnos­ti­zier­ten die Exper­ten in der FAG mit 72 Augen (54,5%) eine signi­fi­kant höhere Anzahl an Augen mit Lecka­ge im Bereich der Makula (p<0,001). Im Vergleich zur FAG betrug die Sensi­ti­vi­tät und die Spezi­fi­tät der OCT beim Nach­weis eines DMÖ 30,6 bzw. 93,3%.

Deswei­te­ren beob­ach­te­ten die Forschen­den, dass sich die CFT zwischen Pati­en­ten ohne klinisch signi­fi­kan­tes Maku­la­ö­dem (253,1±26,95 µm) nicht signi­fi­kant von denen mit gerin­gem KSMÖ (270,9±37,11 µm) unter­schied (p=0,204). Im Gegen­satz dazu lag die mitt­le­re CFT bei Augen mit DMÖ (271,8±66,02 µm) in der FAG signi­fi­kant höher als bei denen ohne DMÖ (253,0±25,21 µm; p=0,039). Die CFT bei DMÖ stell­te sich in der FAG als gerin­ger dar vergli­chen mit den Aufnah­men der OCT (p=0,014).

Darüber hinaus zeigte die Gruppe mithil­fe der logis­ti­schen Regres­si­ons­ana­ly­se, nach Anpas­sung von Alter und Geschlecht, dass die Schwe­re­grad­ein­tei­lung der RD in der FAG posi­tiv mit der Lecka­ge der Makula asso­zi­iert war (p<0,001).

(tt)

Autoren: Bai X et al.
Korrespondenz: Rui Hua; woodshua@126.com
Studie: Latent Diabetic Macular Edema in Chinese Diabetic Retinopathy Patients
Quelle: Front Med (Lausanne) 2021; Oct 4;8:739656.
Web: dx.doi.org/10.3389/fmed.2021.739656

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