Kroko­dils­trä­nen­syn­drom

Botox-Injektion verschafft Linderung

20. April 2022

SAMBALPUR (Bier­mann) – Beim Kroko­dils­trä­nen­syn­drom (CTS) handelt es sich um eine unila­te­ra­le über­mä­ßi­ge Tränen­se­kre­ti­on während der Nahrungs­auf­nah­me nach einer Fazia­lispa­re­se oder nach einer Schä­di­gung des Nervus Facia­lis aufgrund eines Trau­ma­tas oder einer chir­ur­gi­schen Inter­ven­ti­on, bei dem rege­ne­rie­ren­de para­sym­pa­thi­sche gusta­to­ri­sche Nerven­fa­sern in die Tränen­drü­se einwach­sen und diese fehlinnervieren.

Die Autoren einer aktu­el­len Arbeit haben nun gezeigt, dass eine trans­kon­junk­ti­va­le Injek­ti­on mit Botu­li­num­to­xin-Typ‑A (Botox; BTX‑A) in die Glandu­la lacri­ma­lis, bei der die Frei­set­zung von Acetyl­cho­lin gehemmt wird, eine wirk­sa­me und siche­re Thera­pie­op­ti­on bei Pati­en­ten mit hohem Leidens­druck darstellt.

In ihre prospek­ti­ve Inter­ven­ti­ons­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 6 Pati­en­ten (mitt­le­res Alter 46,16±15,91 Jahre) mit CTS ein. Die Arbeits­grup­pe appli­zier­te allen Pati­en­ten nach ausführ­li­cher Anamne­se der Ätio­pa­tho­ge­ne­se 2‑mal jeweils 5 Einhei­ten BTX‑A in wöchent­li­chem Abstand. Die Gruppe führte präope­ra­tiv sowie nach 6 Wochen und 3 Mona­ten einen Schir­mer-Test durch und doku­men­tier­te alle Kompli­ka­tio­nen, die während der Behand­lung auftraten.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass 3 Pati­en­ten 2 Jahre vor dem CTS ein Gesichts­trau­ma erlit­ten hatten, bei 2 Pati­en­ten eine Bell-Lähmung von ≥6 Mona­ten Dauer vorlag und bei 1 Pati­en­ten 8 Monate vor dem Beginn des CTS eine chir­ur­gi­sche Resek­ti­on eines Paro­tis-Adenoms erfolgt war.

Bei allen 6 Pati­en­ten zeigte sich nach der 2. Injek­ti­on ein voll­stän­di­ges oder parti­el­les Verschwin­den des gusto­la­kri­ma­len Refle­xes. Bei 3 Pati­en­ten beob­ach­te­ten die Exper­ten nach 3 Mona­ten ein Nach­las­sen der BTX-A-Wirkung, sodass eine erneu­te Injek­ti­on verab­reicht wurde. Alle Pati­en­ten erhiel­ten aufgrund nach­las­sen­der Wirkung des BTX‑A nach 6 Mona­ten eine erneu­te, geplan­te Injek­ti­on. Der Schir­mer-Test verbes­ser­te sich signi­fi­kant von im Mittel 27,8±3,58 mm präope­ra­tiv auf 11,6±2,28 mm nach 3 Mona­ten (p=0,002). Die Ophthal­mo­lo­gen stell­ten zudem fest, dass bis auf eine leich­te tran­si­to­ri­sche Ptosis bei 1 Pati­en­ten und einem gerin­gen Sicca-Syndrom bei 2 Pati­en­ten keine weite­ren Kompli­ka­tio­nen auftraten.

(tt)

Autoren: Pattanayak S et al.
Korrespondenz: Pramod Kumar Sharma; pramod4468@rediffmail.com
Studie: Transconjunctival botulinum toxin injection into the lacrimal gland in crocodile tears syndrome
Quelle: Indian J Ophthalmol 2022; Apr;70(4):1339-1342.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_2909_21

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