Krebs­the­ra­pie und okulä­re Ereignisse

Störend bis das Sehvermögen gefährdend

6. März 2020

PEKING (Bier­mann) — Zwar seien Toxi­zi­tä­ten die Augen betref­fend im Zusam­men­hang mit einer Immun­check­point-Thera­pie selten, könn­ten jedoch eine starke Bedro­hung der Sehfä­hig­keit oder zumin­dest eine erheb­li­che Beein­träch­ti­gung der Lebens­qua­li­tät darstel­len, schrei­ben die Autoren einer aktu­el­len Studie in „Thor­a­cic Cancer” Sie hätten zudem mögli­cher­wei­se nega­ti­ve Auswir­kun­gen auf die Adhä­renz in Bezug auf die Krebstherapie.

Nach anfäng­li­chen Berich­ten aus klini­schen Phase-I- und II-Studi­en über Verschwom­men­se­hen und Miss­emp­fin­den das Auge betref­fend, würden nun auch vermehrt okulä­re Toxi­zi­tä­ten wie Blepha­ri­tis, Konjunk­ti­vi­tis, Uvei­tis, und Skle­ri­tis beschrie­ben. Die patho­lo­gi­schen Mecha­nis­men blei­ben unklar.

Laut Berich­ten, so schrei­ben die Autoren weiter, besit­ze Ipili­mum­ab eine okulä­re Toxi­zi­täts­ra­te von 1,3%. Bei Vemu­ra­fenib liege diese Rate bei 4%.

Toxi­zi­tä­ten, die die Augen­li­der, Augen­brau­en und Wimpern betref­fen, träten am häufigs­ten bei Pati­en­ten auf, deren Thera­pie eine EGFR-Inhi­bi­ti­on umfasst. Blepha­ri­tis und Konjunk­ti­vi­tis wurden sowohl bei geziel­ter als auch bei Immun­check­point-Inhi­bi­ti­on beobachtet.

Wie die Verfas­ser der aktu­el­len Arbeit außer­dem berich­ten, lag die Inzi­denz des Trocke­nen Auges in klini­schen Studi­en zu CTLA4 und auf PD‑1 zielen­den Anti­kör­pern bei 1,2–24,2%. Dabei werde das Trocke­ne Auge bei diesen Pati­en­ten aufgrund der hohen Inzi­denz in der Normal­be­völ­ke­rung häufig über­se­hen bzw. ignoriert.

Bei Pati­en­ten mit den genann­ten Krebs­the­ra­pien auftre­ten­der Kera­ti­tis bestehe mögli­cher­wei­se ein Zusam­men­hang zwischen einer Störung des Abhei­lungs­po­ten­zi­als der Cornea­epi­thel­zel­len, was zu länger andau­ern­den Defek­ten führe.

Die Inzi­denz der Skle­ri­tis als immun­be­zo­ge­nes uner­wünsch­tes Ereig­nis liege unter 1%.

Des Weite­ren führen die Autoren der Arbeit in „Thor­a­cic Onco­lo­gy” als uner­wünsch­te Ereig­nis­se die Uvei­tis auf, das Vogt-Koya­nagi-Harada-like Syndrom, die endo­kri­ne Ophthal­mo­pa­thie, das perior­bi­ta­le Ödem und das zysto­ide Maku­la­ö­dem, exsu­da­ti­ve Netz­haut­ab­lö­sung, choro­ida­le Neovasku­la­ri­sa­tio­nen und andere selte­ne okulä­re Toxizitäten.

(ac)

Autoren: Xiaowei Liu X et al.
Korrespondenz: Meifen Zhang; meifen_zhang@hotmail.com
Studie: Clinical diagnosis and treatment recommendations for ocular toxicities of targeted therapy and immune checkpoint inhibitor therapy.
Quelle: Thorac Cancer 2020;11(3):810-818.
Web: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/1759-7714.13327

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