Kontakt­lin­sen­trä­ger und Vorher­sag­bar­keit für ein Sicca-Syndrom

Meibographie-Daten sind diagnostisch von sekundärem Wert

25. März 2022

BIRMINGHAM (Bier­mann) – Eine aktu­el­le Studie hat gezeigt, dass eine abnor­me Morpho­lo­gie der Meibom-Drüsen (MG) bei akti­ven oder vorma­li­gen Kontakt­lin­sen­trä­gern (CL) zwar auf eine Kera­to­kon­junk­ti­vi­tis-Sicca (KCS) hindeu­tet, jedoch keine Morpho­me­tri­ken der MG einen klinisch bedeut­sa­men Vorher­sa­ge­wert für die Erken­nung einer KCS bei diesem Kollek­tiv liefern.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 112 Teil­neh­mer, die entwe­der aktu­ell CL-Träger waren oder ehemals gewe­sen sind, in ihre Studie ein.

Die Arbeits­grup­pe diagnos­ti­zier­te das Syndrom des trocke­nen Auges (DED) bei den Teil­neh­mern, wenn zum einen das schlech­te­re Auge eine redu­zier­te Höhe des Tränen­me­nis­kus (TMH) von <0,2 mm aufwies, zum ande­ren eine nicht­in­va­si­ve Tränen­film­auf­riss­zeit (NITBUT) von <10 s vorlag sowie beim Stan­dar­di­zed-Pati­ent-Evalua­ti­on-of-Eye-Dryness (SPEED)-Fragebogen ein Score >5 erreicht wurde. Zusätz­lich führ­ten die Forschen­den eine Meibo­gra­phie durch, deren Aufnah­men subjek­tiv von 2 Unter­su­chern zu den folgen­den MG-Charak­te­ris­ti­ka beur­teilt wurden: verformt, gewun­den, haken­för­mig, abnor­me Lücken, über­lap­pend, flocki­ge Berei­che, Kaul­quap­pen-ähnlich, verdünnt, verdickt, geis­ter­ar­tig, fehlen­de Ausdeh­nung bis zum Lidrand, verkürzt sowie funk­ti­ons­los (Atro­phie). Nach­fol­gend bestimm­te die Studi­en­grup­pe die Diagno­se­fä­hig­keit für das DED bei jeder Metrik mithil­fe der Analy­se der Grenz­wert­op­ti­mie­rungs­kur­ve (ROC).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass bei 18,8% der 112 Teil­neh­mern, davon 60,7% Frauen, die Diagno­se eines DED gestellt wurde. Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass sich als die einzi­gen MG-Morpho­lo­gie­me­tri­ken, die eine KCS gering­fü­gig vorher­sa­gen können, verdick­te MG im Ober­lid (p=0,046), verdick­te MG mittig im Ober- und Unter­lid (p=0,007) sowie eine Atro­phie der MG im Ober­lid (p=0,043) zeig­ten. Darüber hinaus erreich­te keine dieser Metri­ken einen bedeut­sa­men Bereich unter der ROC (alle <0,70).

(tt)

Autoren: von Ahrentschildt A et al.
Korrespondenz: Andrew D Pucker; apucker@uab.edu
Studie: Morphological characteristics of Meibomian Glands and their Influence on Dry Eye disease in contact lens wearers
Quelle: Ocul Surf 2022; Feb 5;24:93-99.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.jtos.2022.01.002

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