Kontakt­lin­sen­sen­sor

Abschätzung einer schnellen Gesichtsfeldprogression mittels Algorithmus beim Offenwinkelglaukom

24. April 2020

LAUSANNE (Bier­mann) – Die neuen Tech­no­lo­gien der letz­ten Jahre tragen dazu bei, dass Schwan­kun­gen des Augen­in­nen­drucks besser analy­siert und inter­pre­tiert werden können. Mit dem Progres­si­ons­re­port („progres­si­on report“), einem Algo­rith­mus, der auf Werten eines konti­nu­ier­li­chen Kontakt­lin­sen­sen­sors (CLS) basiert, kann die Wahr­schein­lich­keit einer schnel­len Gesichts­feld­pro­gres­si­on bei Glau­kom abge­schätzt werden. Dabei liefert der Progres­si­ons­re­port Vorher­sa­gen über das Risiko einer schnel­len Gesichts­feld­pro­gres­si­on, die mit den Schät­zun­gen eines Arztes auf der Grund­la­ge aller verfüg­ba­ren klini­schen Daten vergleich­bar sind, wie nun eine im „Jour­nal of Glau­co­ma“ veröf­fent­lich­te Studie aufzeigt.

In die retro­spek­ti­ve Studie wurden 30 Pati­en­ten mit Offen­win­kel­glau­kom einge­schlos­sen. Mithil­fe eines CLS wurden 24-Stun­den-Schwan­kun­gen des Augen­in­nen­drucks aufge­zeich­net, um daraus einen Progres­si­ons­re­port zu gene­rie­ren. Basie­rend auf klini­schen Para­me­tern schätz­ten 2 Gutach­ter (maskiert) die Wahr­schein­lich­keit einer schnel­len Gesichts­feld­pro­gres­si­on (< –1 dB/y mitt­le­re Abwei­chung). In den 2 Jahren nach der ersten Beur­tei­lung wurden mindes­tens 3 Gesichts­feld­be­stim­mun­gen durch­ge­führt, um den Verlauf zu bestimmen.

Das Durch­schnitts­al­ter betrug 65,9 ±10,45 Jahre mit einem mitt­le­ren Defekt (MD) von –5,4 ±5,1 zu Beginn der Unter­su­chun­gen. Nach einer mitt­le­ren Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von 29,5 ±12,9 Mona­ten wurden 26,7% der Augen als „fast Progres­sors“ bewer­tet (–2,9 ±1,9 dB/Jahr). Der vom Progres­si­ons­re­port zuge­schrie­be­ne durch­schnitt­li­che Risiko-Score betrug 42% (41% [slow] vs. 44% [fast]; p=0,035). Die Korre­la­tio­nen zwischen den beiden Gutach­tern waren gut (r=0,59) und iden­tisch mit denen zwischen dem Progres­si­ons­re­port und den gemit­tel­ten Bewer­tun­gen der Prüfer. Die Korre­la­tio­nen zwischen den MD-Progres­si­ons­ra­ten und dem Progres­si­ons­re­port, Gutach­ter 1 und Gutach­ter 2 waren jeweils r=0,57, r=0,31 und r=0,43.

Mögli­cher­wei­se böten konti­nu­ier­li­che Aufzeich­nun­gen mittels Kontakt­lin­sen­sen­so­ren aufgrund ihrer Bezie­hung zu den biome­cha­ni­schen Eigen­schaf­ten des Auges und der Reak­ti­on des Augen­ge­we­bes auf Druck­schwan­kun­gen neue Infor­ma­tio­nen, um herkömm­li­che Unter­su­chun­gen zu ergän­zen, so das Resü­mee der Studi­en­au­toren aus den USA und der Schweiz.

(isch)

Autoren: Gillmann K et al.
Korrespondenz: Kaweh Mansouri; kwmansouri@gmail.com
Studie: Relationship Between Contact Lens Sensor Output Parameters and Visual Field Progression in Open-Angle Glaucoma: Assessment of a Practical Tool to Guide Clinical Risk-Assessment
Quelle: J Glaucoma 2020; Mar 27.
Web: https://doi.org/10.1097/IJG.0000000000001502

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