Konge­ni­ta­le Katarakt

Kein Vorteil für multifokale Intraokularlinsen

5. Februar 2022

ROM (Bier­mann) – Eine retro­spek­ti­ve inter­ven­tio­nel­le konse­ku­ti­ve Fall­stu­die aus Itali­en unter Einschluss von Kran­ken­ak­ten von 43 Kinden (56 Augen), bei welchen eine Kata­rakt-Opera­ti­on bei konge­ni­ta­ler Kata­rakt mit Implan­ta­ti­on einer Intrao­ku­lar­lin­se im Alter von unter einem Jahr notwen­dig war, ergab keine signi­fi­kan­ten Vortei­le für eine multi­fo­ka­le IOL im Vergleich zu mono­fo­ka­len IOL in Bezug auf die Visusentwicklung.
Im Rahmen der Studie wurde der korri­gier­te Fern­vi­sus, der Refrak­ti­ons­feh­ler und mögli­che Moti­li­täts­stö­run­gen der Augen für eine Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von mehr als vier Jahren analysiert.

Insge­samt wurden 32 multi­fo­ka­le IOL (Gruppe A unila­te­ral n = 18, Gruppe B bila­te­ral n = 14) und 24 mono­fo­ka­le IOL (Gruppe C unila­te­ral n = 12, Gruppe D bila­te­ral n =  12) implan­tiert. Die mitt­le­re Nach­be­ob­ach­tungs­zeit lag bei 6,67 Jahren. Der durch­schnitt­li­che korri­gier­te Visus bei multi­fo­ka­len IOL lag bei 0,75 +/- 0,46 logMAR für unila­te­ra­le Implan­ta­ti­on und bei 0,34 +/- 0,25 logMar bei bifo­ka­ler Implan­ta­ti­on. Für mono­fo­ka­le IOL wurde ein durch­schnitt­li­cher Visus von 0,71 +/- 0,52 logMAR bei unila­te­ra­ler und von 0,53 +/- 0,43 logMAR bei bila­te­ra­ler Implan­ta­ti­on gemes­sen. Zwischen den Grup­pen A und B bzw. C und D fand sich kein signi­fi­kan­ter Unterschied.
Das durch­schnitt­li­che sphä­ri­sche Äqui­va­lent lag durch­schnitt­lich bei ‑3,88 +/- 4,73 dpt. (Gruppe A 2,74 +/- 4,22 dpt, Gruppe C ‑1,08 +/- 1,45 dpt., Gruppe B ‑4,82 +/- 4,64 dpt., Gruppe D ‑6,81 +/- 4,61 dpt.). Der Unter­schied war zwischen Grup­pen B und D (P = 0,01), aber nicht zwischen Grup­pen A und C (P = 0,14) statis­tisch signi­fi­kant. Bei 26 Pati­en­ten (60,4%) wurde post­ope­ra­tiv ein Stra­bis­mus diagnos­ti­ziert. Eine chir­ur­gi­sche Korrek­ti­on erfolg­te mehr­heit­lich bei Pati­en­ten mit multi­fo­ka­len IOL (P = 0,038).

Insge­samt konnte für Kinder, die zum OP-Zeit­punkt jünger als ein Jahr alt waren, kein signi­fi­kan­ter Vorteil für multi­fo­ka­le Intrao­ku­lar­lin­sen gezeigt werden. (ak)

Autoren: Buzzonetti L et al.
Korrespondenz: sergio.petroni@opbg.net
Studie: Comparative analysis of visual outcomes of multifocal and monofocal intraocular lenses in congenital cataract surgery
Quelle: J Cataract Refract Surg. 2022 Jan 1;48(1):56-60.
Web: https://doi.org/10.1097/j.jcrs.0000000000000705

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