Klas­si­fi­ka­ti­ons­vor­schlag

Fuchs´sche Endotheldystrophie mit subklinischem Hornhautödem

12. März 2019

ROCHESTER (Bier­mann) — Eine verbes­ser­te Einschät­zung der Fuchs´schen Endo­thel­dys­tro­phie (FECD) soll durch eine neue Klas­si­fi­ka­ti­on ermög­licht werden.

In die hierzu vorlie­gen­de Studie wurden 39 Augen von 57 Teil­neh­mern mit unter­schied­lich stark ausge­präg­ter Fuchs´scher Endo­thel­dys­tro­phie und 74 Augen von 40 Teil­neh­mern mit norma­len Horn­häu­ten als Kontroll­grup­pe eingeschlossen.

Alle Teil­neh­mer wurden zunächst an der Spalt­lam­pe unter­sucht und durch die Unter­su­cher eine klini­sche Einschät­zung bezüg­lich der FECD abge­ge­ben. Auf Grund­la­ge dieser klini­schen Einschät­zung wurden die Pati­en­ten dann in eine Gruppe mit klinisch sicht­ba­rem Ödem, eine Gruppe mit klini­schem Ödem­ver­dacht ohne siche­ren Ödem­nach­weis und in eine Gruppe ohne Ödem­nach­weis und Ödem­ver­dacht aufgeteilt.

Der klini­schen Unter­su­chung folgte eine Unter­su­chung mittels Scheim­pflug-Kamera. Die Unter­su­chungs­er­geb­nis­se wurden durch drei maskier­te Unter­su­cher auf drei zuvor fest­ge­leg­te tomo­gra­phi­sche Merk­ma­le (Verlust paral­le­ler Isopa­che, Verla­ge­rung der dünns­ten Horn­haut­stel­le und fokale poste­rio­re Horn­hau­t­ober­flä­chen­de­pres­si­on) analysiert.

Bei allen FECD-Horn­häu­ten mit klinisch sicht­ba­rem Ödem (n=15), bei mehr als 81% der Gruppe mit Ödem­ver­dacht (n=16) und bei maxi­mal 42% der Horn­häu­te ohne Ödem­ver­dacht (n=62) wurden alle drei Merk­ma­le nach­ge­wie­sen, während dies ledig­lich bei maxi­mal 5% der Kontroll­horn­häu­te (n=74) der Fall war. Horn­häu­te, welche aufgrund eines Ödem­ver­dachts eine endo­the­lia­le Kera­to­plas­tik erhal­ten hatten (n=9), wiesen präope­ra­tiv mindes­tens zwei der drei tomo­gra­phi­schen Merk­ma­le sowie post­ope­ra­tiv eine Verbes­se­rung von Visus, zentra­ler Horn­haut­di­cke und tomo­gra­phi­schen Merk­ma­len auf.

Ein subkli­ni­sches Horn­haut­ödem bei FECD kann somit mittels Scheim­pflug-Tomo­gra­phie detek­tiert werden. Die Autoren der Studie empfeh­len eine entspre­chen­de neue Klas­si­fi­ka­ti­on der betrof­fe­nen FECD-Horn­häu­te in drei Grup­pen: Horn­häu­te mit klinisch defi­nier­tem Ödem in der Spalt­lam­pen­un­ter­su­chung, Horn­häu­te mit subkli­ni­schem Ödem (basie­rend auf tomo­gra­phi­schen Merk­ma­len, ohne klinisch signi­fi­kan­tes Ödem) sowie Horn­häu­te ohne Ödem (d.h. ohne entspre­chen­de Merk­ma­le in Spalt­lam­pen­un­ter­su­chung und Scheim­pflug-Tomo­gra­phie). Diese Klas­si­fi­ka­ti­on sei unab­hän­gig von der zentra­len Horn­haut­di­cke und sollte zur Evalua­ti­on der Ausprä­gung einer FECD vor Kata­rakt-Opera­ti­on oder bei geplan­ter entothe­lia­ler Kera­to­plas­tik in Erwä­gung gezo­gen werden, so die Autoren.

(ak)

Autoren: Sun SY et al.
Korrespondenz:
Department of Ophthalmology, Mayo Clinic, Rochester, Minnesota. Electronic address: Patel.Sanjay@mayo.edu
Studie:
Determining Subclinical Edema in Fuchs Endothelial Corneal Dystrophy: Revised Classification using
Quelle: Ophthalmology. 2019 Feb;126(2):195-204 Link: https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2018.07.005

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