Kera­to­plas­tik

Zytomegalievirus in England kein Risikofaktor für Transplantatversagen

28. Oktober 2019

LONDON (Bier­mann) – In ostasia­ti­schen Popu­la­tio­nen besteht eine hohe CMV-Sero­prä­va­lenz. Für die akute Absto­ßung von Horn­haut-Allo­trans­plan­ta­ten ist dort die Zytomegalovirus(CMV)-Endotheliitis eine wich­ti­ge Ursa­che. Ob dies auch in Groß­bri­tan­ni­en der Fall sein könnte, hat eine Arbeits­grup­pe aus London untersucht.

Ihre im Jour­nal „Eye“ publi­zier­ten Daten lassen darauf schlie­ßen, dass in Groß­bri­tan­ni­en CMV-Infek­tio­nen kein signi­fi­kan­ter Risi­ko­fak­tor für eine Horn­haut­ab­sto­ßung sind. Dies folgern die Autoren, nach­dem sie in keiner der unter­such­ten Trans­plan­ta­te sowie Horn­haut­rand­pro­ben CMV-DNA nach­wei­sen konnten.

Um fest­zu­stel­len, wie häufig CMV mit einem Trans­plan­tat­ver­sa­gen in Groß­bri­tan­ni­en asso­zi­iert ist, hatten die Autoren nach CMV-DNA in entspre­chen­den Trans­plan­ta­ten gesucht, die bei Re-Kera­to­plas­tik entfernt wurden. Ebenso haben sie nach CMV-DNA in Horn­haut­rän­dern gesucht, die nach einer Horn­haut­trans­plan­ta­ti­on verwor­fen wurden.

In ihrer retro­spek­ti­ven Studie iden­ti­fi­zier­ten die Autoren 54 Fälle von Horn­haut­trans­plan­tat­ver­sa­gen nach endo­the­lia­ler Absto­ßung und 38 Kontroll­trans­plan­ta­te, die ohne eine endo­the­lia­le Absto­ßung in der Vorge­schich­te versagt hatten. Für diese Grup­pen wurden archi­vier­te formal­in­fi­xier­te, in Paraf­fin einge­bet­te­te (FFPE) Gewe­be­pro­ben verwen­det. Eben­falls unter­such­ten die Autoren prospek­tiv 80 nicht fixier­te Horn­haut­rän­der nach einer Trans­plan­ta­ti­on. Bei allen Proben wurde eine quan­ti­ta­ti­ve nested PCR durch­ge­führt, um die DNA von CMV, Herpes-simplex-Virus (HSV) sowie Vari­zel­la-zoster-Virus (VZV) zu iden­ti­fi­zie­ren. Die FFPE-Proben wurden mittels In-situ-Hybri­di­sie­rung auf CMV-DNA untersucht.

Es konnte in keinem der archi­vier­ten Fall- oder Kontroll-FFPE-Gewebe CMV- oder VZV-DNA nach­ge­wie­sen werden. Ein Horn­haut­rand aus der Kontroll­grup­pe war HSV-posi­tiv. Die In-situ-Hybri­di­sie­rung für CMV war in allen FFPE-Proben nega­tiv. Auch in den Horn­haut­rand­pro­ben der Spen­der wurde keine CMV‑, VZV- oder HSV-DNA nachgewiesen.

(isch)

Autoren: da Costa Paula CA et al.
Korrespondenz: Daniel Gore; daniel.gore1@nhs.net
Studie: Cytomegalovirus infection is not a major cause of corneal graft failure in the United Kingdom
Quelle: Eye (Lond) 2019;33(5):833–837.
Web: https://doi.org/10.1038/s41433-018-0331-9

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