Kera­to­plas­tik im Kindesalter

Häufigste Indikation gleichzeitig Risikofaktor für Transplantatversagen

1. Mai 2020

SÃO PAULO (Bier­mann) – In einer brasi­lia­ni­schen Studie wurden die Pati­en­ten­ak­ten von horn­haut­trans­plan­tier­ten Kindern bis maxi­mal sieben Jahre auf Ätio­lo­gie, Visus­er­geb­nis und Trans­plan­ta­t­über­le­ben unter­sucht, um daraus Risi­ko­fak­to­ren für ein Trans­plan­tat­ver­sa­gen ablei­ten zu können. Die in die Studie einge­schlos­se­nen Kinder wurden vor und nach Kera­to­plas­tik ophthal­mo­lo­gisch unter­sucht. Unter ande­rem wurde ein Visus­äqui­va­lent mittels Prefe­ren­ti­al looking und VEP erhoben.

Insge­samt 56 Kera­to­plas­ti­ken wurden bei 51 Augen von 43 Kindern durch­ge­führt. Die Pati­en­ten wurden anhand des Auftre­tens der indi­ka­ti­ons­be­grün­den­den Horn­haut­trü­bung in zwei Grup­pen aufge­teilt: Gruppe 1 wies ange­bo­re­ne Horn­haut­trü­bun­gen auf (72.5%), die zweite Gruppe erwor­be­ne Trübun­gen (17.5%). Die häufigs­te Indi­ka­ti­on für eine Kera­to­plas­tik stell­te das konge­ni­ta­le Glau­kom dar (29.4%). Die Kaplan-Meier-Trans­plan­ta­t­über­le­bens­ra­ten lagen bei insge­samt 64,7% während einer Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von 24 Mona­ten. Ein signi­fi­kan­ter Unter­schied zwischen den beiden Grup­pen fand sich nicht. Beide Grup­pen zeig­ten eine signi­fi­kan­te Visus­bes­se­rung (P = .0022 bei konge­ni­ta­len Trübun­gen, P < .0001 bei erwor­be­nen Trübungen).
Neben Absto­ßungs­re­ak­tio­nen stell­te sich die Diagno­se eines konge­ni­ta­len Glau­koms als einer der Risi­ko­fak­to­ren für ein Trans­plan­tat­ver­sa­gen heraus. (ak)

Autoren: Xavier Dos Santos Araújo ME et al.
Korrespondenz: emilia-araujo@uol.com.br
Studie: Primary Pediatric Keratoplasty: Etiology, Graft Survival, and Visual Outcome.
Quelle: Am J Ophthalmol. 2020 Apr;212:162-168.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ajo.2019.12.013

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