Kera­to­ko­nus

Verlauf der Erkrankung ohne Behandlung

1. August 2019

SYDNEY (Bier­mann) – Statis­tisch findet sich bei 86 von 100.000 Perso­nen ein Kera­to­ko­nus mit Visus­ver­schlech­te­rung, irre­gu­lä­rem Astig­ma­tis­mus und erkran­kungs­be­dingt redu­zier­ter  Lebens­qua­li­tät. Als Behand­lungs­mög­lich­kei­ten stehen unter ande­rem das cornea­le Cross­lin­king und die Kera­to­plas­tik zur Verfü­gung, um die Erkran­kung zu stabi­li­sie­ren oder den Visus zu verbes­sern. Da diese Verfah­ren jedoch auch Risi­ken bergen, sollte die Unter­su­chung des natür­li­chen Erkran­kungs­ver­laufs Anhalts­punk­te für eine Risiko-Nutzen-Abwä­gung bieten.

In einem Review und einer Meta­ana­ly­se wurden von insge­samt 3950 vorhan­de­nen Studi­en 41 bzw. 23 Studi­en analy­siert. Es konnte heraus­ge­stellt werden, dass jünge­re Pati­en­ten und Pati­en­ten mit einem höhe­ren maxi­ma­len Horn­haut­ra­di­us (>55 dpt) inner­halb eines Jahres eine stär­ke­re Aufstei­lung der Horn­haut (Zunah­me von Kmax um 0,7 dpt) aufwie­sen als andere Kera­to­ko­nus-Pati­en­ten. Je höher Kmax bei Erst­dia­gno­se war, desto stär­ker war die darauf folgen­de Zunah­me der Horn­haut­ra­di­en (pro 5 dpt Kmax ca. 1 dpt höhere Aufsteilung).

Auf Grund­la­ge dieser Beob­ach­tun­gen könn­ten indi­vi­du­ell häufi­ge­re Verlaufs­kon­trol­len und ein frühe­res Cross­lin­king sinn­voll sein, so die Autoren der Studie.

(ak)

Autoren: Ferdi AC et al.
Korrespondenz: Alex C. Ferdi, alexferdi@gmail.com.
Studie: Keratoconus Natural Progression: A Systematic Review and Meta-analysis of 11 529 Eyes
Quelle: Ophthalmology 2019 Jul;126(7):935–945.
Web: https://doi.org/10.1016/j.ophtha.2019.02.029

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