Kera­to­ko­nus

Untersuchung auf Meibomdrüsen-Dysfunktion sinnvoll

28. Juni 2022

SANTIAGO DE COMPOSTELA (Bier­mann) – Pati­en­ten mit Kera­to­ko­nus (KK) soll­ten auf das Vorlie­gen einer Meibom­drü­sen-Dysfunk­ti­on (engl. Meibo­mi­an gland dysfunc­tion, MGD) unter­sucht werden. Zu diesem Ergeb­nis kam eine spani­sche Beob­ach­tungs­stu­die an 120 Pati­en­ten mit Kera­to­ko­nus, welche sich im Complexo Hospi­tal­a­rio Univer­si­ta­rio de Sant­ia­go de Compos­te­la in Behand­lung befan­den. Die Befun­de wurden mit einer Kontroll­grup­pe bestehend aus 87 Pati­en­ten verglichen.

Analy­siert wurden der Ocular surface dise­a­se-Index (OSDI) sowie verschie­de­ne Tests auf Vorlie­gen eines trocke­nen Auges (engl. Dry eye-Dise­a­se, DED). Weiter­hin wurde der Zustand der Meibom­drü­sen und der Lidrän­der evalu­iert. MGD-Sympto­me und DED-Tests der beiden Grup­pen wurden mitein­an­der vergli­chen. Kera­to­ko­nus-Pati­en­ten und Kontroll­grup­pe mit und ohne MGD wurden zudem auf Sympto­me hin analysiert.

Nach Adjus­tie­rung für Alter und Geschlecht (adjus­tier­te Odds Ratio, ORa, 2,40) war der Kera­to­ko­nus signi­fi­kant mit einer MGD asso­zi­iert. Von den Kera­to­ko­nus-Pati­en­ten wiesen 59 (49,2%) eine MGD auf. In der Kontroll­grup­pe waren es hinge­gen nur 25 Pati­en­ten (28,7%).
Die Häufig­keit der MGD bei Kera­to­ko­nus-Pati­en­ten korre­lier­te mit der Schwe­re des Kera­to­ko­nus (r = 0,206; P = 0,020). Der mitt­le­re OSDI-Score lag bei Kera­to­ko­nus-Pati­en­ten mit und ohne MGD bei 31,1 +/- 24,1 bzw. 35,2 +/- 26,0 (P = 0,326) und in der Kontroll­grup­pe bei 17,2 +/- 22,7 bzw. 13,3 +/- 14,1 (P = 0,366). Es bestand eine Koin­zi­denz der häufigs­ten MGD-Sympto­me in beiden Grup­pen. Fluo­res­ze­in-Stai­ning (P = 0,000) und Lissamin­grün-Stai­ning (P = 0,019) wiesen bei Kera­to­ko­nus-Pati­en­ten eine stär­ke­re Ausprä­gung auf. Bei Tränen­film-Aufreiß­zeit (P = 0,116) und Schir­mer-Test (P = 0,637) fanden sich keine Unter­schie­de. Die hyper­se­kre­to­ri­sche MGD war die häufigs­te Vari­an­te in beiden Gruppen.

MGD und DED sind somit auch bei Kera­to­ko­nus-Pati­en­ten verbrei­tet. Die MGD korre­liert mit der Schwe­re des Kera­to­ko­nus und ist nicht zu unter­schei­den von der MGD bei Pati­en­ten ohne Keratokonus.
Weite­re Studi­en würden benö­tigt, um die Bedeu­tung der MGD für den Kera­to­ko­nus zu klären, so die Autoren der Studie. (ak)

Autoren: Martínez-Pérez L et al.
Korrespondenz: evo@mundo-r.com
Studie: Clinical evaluation of meibomian gland dysfunction in patients with keratoconus
Quelle: Cont Lens Anterior Eye. 2022 Jun;45(3):101495
Web: https://doi.org/10.1016/j.clae.2021.101495

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.