Kera­to­ko­nus

Nach wie vor Erstdiagnose erst in eher späten Stadien der Erkrankung

30. Juli 2021

GENT (Bier­mann) – Anhand einer retro­spek­ti­ven Analy­se von Pati­en­ten­ak­ten wurden Pati­en­ten mit Kera­to­ko­nus iden­ti­fi­ziert, welche sich in zwei Augen­kli­ni­ken in Antwer­pen und Gent zwischen Juni 2013 und Febru­ar 2018 vorstel­len. Unter­sucht wurden die Pati­en­ten­ak­ten von insge­samt 399 Pati­en­ten (722 Augen).

Das mitt­le­re Alter der Pati­en­ten lag bei 24,7 +/- 6,5 Jahre. Der durch­schnitt­li­che Kmax lag bei 51 +/- 5,2 dpt. am besse­ren und 58,4 +/- 9,6 dpt am schlech­te­ren Auge. Bei Erst­dia­gno­se wiesen 233 Augen (32,2%) eine Horn­haut­di­cke von unter 450 µm und 51 Augen (7,1%) eine Horn­haut­di­cke von weni­ger als 400 µm auf.
Bei Verlaufs­kon­trol­le nach sechs Mona­ten waren 58% der Pati­en­ten mit spezi­el­len Kontakt­lin­sen versorgt.

Insge­samt 199 Augen (27,6%) erhiel­ten im Verlauf ein cornea­les Cross­lin­king. Ein Pati­ent musste sich bei Kontakt­lin­sen­in­to­le­ranz und schlech­tem Visus einer Horn­haut­trans­plan­ta­ti­on am schlech­te­ren Auge unterziehen.

Trotz guter Diagno­se­mög­lich­kei­ten werde der Kera­to­ko­nus immer noch in einem späten Stadi­um diagnos­ti­ziert, schluss­fol­ger­ten die Autoren. Eine frühe­re Diagno­se würde den Nutzen des cornea­len Cross­lin­kings verbes­sern. Es seien weite­re Studi­en notwen­dig, um Scree­ning-Stra­te­gien und ein kosten­ef­fi­zi­en­tes Scree­ning-Programm zu entwi­ckeln. (ak)

Autoren: Kreps EO et al.
Korrespondenz: elke.kreps@ugent.be
Studie: Diagnostic patterns in keratoconus
Quelle: Cont Lens Anterior Eye. 2021 Jun;44(3):101333.
Web: https://doi.org/10.1016/j.clae.2020.05.002

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