Kera­to­ko­nus

Französische Studie zeigt erhöhtes Keratokonus-Risiko für nahe Verwandte

19. Dezember 2020

BORDEAUX (Bier­mann) – Verwand­te ersten Grades von Kera­to­ko­nus-Pati­en­ten weisen ein signi­fi­kant erhöh­tes Risiko für die Entwick­lung eines Kera­to­ko­nus auf.
Zu diesem Ergeb­nis kam eine große, prospek­ti­ve epide­mio­lo­gi­sche Beob­ach­tungs-Studie im French KC Natio­nal Refe­rence Centre Bordeaux, bei der Daten von insge­samt 94 Pati­en­ten mit Kera­to­ko­nus erho­ben wurden. Voraus­set­zung war, dass mindes­tens zwei Verwand­te ersten Grades eben­falls für eine Unter­su­chung zur Verfü­gung stan­den. Jeder Teil­neh­mer der Studie erhielt eine voll­stän­di­ge ophthal­mo­lo­gi­sche Unter­su­chung mit Visus­prü­fung, Refrak­ti­ons­be­stim­mung, Spalt­lam­pen­un­ter­su­chung, Kerato­me­trie, Horn­haut­to­po­gra­phie und ‑tomo­gra­phie (Topo­gra­phic Mode­ling System; Tomey Corp., Japan und Gali­lei G4, Ziemer, Schweiz), Pachy­me­trie sowie biome­cha­ni­sche Tests (Ocular Respon­se Analy­zer; Reichert, Depew, NY). Zusätz­lich wurden Daten bezüg­lich Atopien, Rauchen und Augen­rei­ben erhoben.
Von den 221 unter­such­ten Verwand­ten wiesen 9,05% (n=20) einen klinisch mani­fes­ten und 15,4% (n=31) einen subkli­ni­schen Kera­to­ko­nus auf. Die Kera­to­ko­nus-Präva­lenz der Eltern von Kera­to­ko­nus-Pati­en­ten wurde auf etwa 0,14 (95% Konfi­denz­in­ter­vall (KI), 0,07–0,22) geschätzt. Bei Nach­wuchs von Kera­to­ko­nus-Pati­en­ten lag die Präva­lenz bei 0,03 (95% KI, 0–0,10) und bei Geschwis­tern bei 0,10 (95% KI, 0,04–0,20). In der weite­ren Analy­se wurde zudem eine Asso­zia­ti­on eines höhe­ren Kera­to­ko­nus-Risi­kos mit Alter und Augen­rei­ben gefun­den. Die familä­re Korre­la­ti­on bei Verwand­ten ersten Grades wurde auf 0,55 für die Eltern, auf 0,29 bei Nach­kom­men und auf 0,49 für Geschwis­ter geschätzt.
Nach Ansicht der Autoren sollte dieses erhöh­te Risiko unter ande­rem auch in der Vorbe­rei­tung auf refrak­ti­ve Eingrif­fe und Kata­rakt-Opera­tio­nen abge­fragt und in Betracht gezo­gen werden. (ak)

Autoren: Lapeyre G et al.
Korrespondenz: gabrielle.lapeyre@chu-bordeaux.fr
Studie: Keratoconus Prevalence in Families: A French Study
Quelle: Cornea. 2020 Dec;39(12):1473-1479.
Web: https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000002546

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