Kera­to­ko­nus

Erfolgreiche Kontraktlinsen-Nutzung verringert Keratoplastik-Risiko

21. Januar 2021

ANN ARBOR (Bier­mann) – Skler­al­lin­sen werden immer häufi­ger zur Refrak­ti­ons­kor­rek­tur bei Kera­to­ko­nus einge­setzt. Inwie­fern die Nutzung von Skler­al­lin­sen ein Risiko für eine Kera­to­plas­tik bei Kera­to­ko­nus darstel­len könnte, wurde in einer ameri­ka­ni­schen Studie unter­sucht. Hierzu wurden die Akten von Kera­to­ko­nus-Pati­en­ten und Pati­en­ten mit cornea­ler Ekta­sie jeweils ohne vorhe­ri­ge Kera­to­plas­tik zur Analy­se heran­ge­zo­gen, welche sich zwischen August 2012 und Dezem­ber 2018 im Michi­gan Kellogg Eye Center vorge­stellt hatten.

Unter­sucht wurde nicht nur die Asso­zia­ti­on zwischen Skler­al­lin­sen-Nutzung und Kera­to­plas­tik sondern auch sozio­de­mo­gra­phi­sche Fakto­ren, maxi­ma­le Kerato­me­trie­wer­te und aktu­el­le Kontakt­lin­sen­nut­zung. Letzt­lich konn­ten 1806 Augen in die Studie einge­schlos­sen werden. In 36,2% der Fälle wurden keine Kontakt­lin­sen genutzt, in 7,2% weiche Kontakt­lin­sen, in 33,9% der Fälle form­sta­bi­le gasdurch­läs­si­ge Kontakt­lin­sen und in 22,7% Skler­al­lin­sen. Insge­samt erhiel­ten 3,2% der einge­schlos­se­nen Pati­en­ten eine Kera­to­plas­tik. In einem adjus­tier­ten Modell verrin­ger­te die Nutzung von Skler­al­lin­sen und form­sta­bi­len Kontakt­lin­sen die Gefahr für eine mögli­che Kera­to­plas­tik (HR = 0,19, 95% Konfi­denz­in­ter­vall [CI] 0,09–0,39, P < 0,0001 und HR = 0,30, 95% CI 0,17–0,52, P < 0,0001) im Vergleich zu den Pati­en­ten, die keine Kontakt­lin­sen nutz­ten. Ein erhöh­tes Risiko für die Notwen­dig­keit einer Kera­to­plas­tik ergab sich für Pati­en­ten schwar­zer Haut­far­be im Vergleich zu Pati­en­ten mit weißer Haut­far­be (HR = 1,87, 95% CI 1,10–3,16, P = 0,02), jünge­res Alter (HR = 0,92 pro 5 Jahre, 95% CI 0,86–0,99, P = 0,032) und gerin­ge­rer sozio­öko­no­mi­scher Status (HR = 1,08 pro 5 Punkte Stei­ge­rung des Area Depri­va­ti­on Index, 95% CI 1,03–1,13, P = 0,0008). Keine Asso­zia­ti­on fand sich für Geschlecht, Versi­che­rungs­sta­tus oder maxi­ma­ler Keratometriewerte.

Die Autoren schlos­sen aus ihren Ergeb­nis­sen, dass Ärzte den Einsatz von Sker­al­lin­sen oder form­sta­bi­len Kontakt­lin­sen empfeh­len soll­ten. Pati­en­ten mit erfolg­rei­cher Kontakt­lin­sen­nut­zung würden immer­hin nur ein Fünf­tel des Risi­kos für eine Kera­to­plas­tik aufwei­sen. (ak)

Autoren: Ling J et al.
Korrespondenz: mariawoo@umich.edu
Studie: Impact of Scleral Contact Lens Use on the Rate of Corneal Transplantation for Keratoconus
Quelle: Cornea.2021 Jan;40(1):39-42.
Web: https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000002388

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