Kera­to­ko­nus

Descemet-Membran-Ablösung viele Jahre nach penetrierender Keratoplastik möglich

11. Oktober 2020

LONDON (Bier­mann) – In einem Zeit­raum von durch­schnitt­lich 25 Jahren (7–33 Jahre) nach pene­trie­ren­der Kera­to­plas­tik kam es bei sieben Augen von sechs Pati­en­ten und weite­ren sieben in der Lite­ra­tur aufge­führ­ten Fällen zu einer Abhe­bung der Desce­met Membran (DM). Eine Person wies sogar eine beid­sei­ti­ge Desce­met-Membran-Abhe­bung auf. Die Pati­en­ten berich­te­ten teil­wei­se nur über eine leich­te Verän­de­rung des Sehens, teil­wei­se jedoch auch über eine rasche Visus­ver­schlech­te­rung. Viele dieser Pati­en­ten wurden zunächst mit Verdacht auf Trans­plan­tat­ab­sto­ßung behan­delt, bevor die Abhe­bung der Desce­met-Membran erkannt und mittels OCT nach­ge­wie­sen werden konnte. Die Abhe­bung war in 11 Fällen auf die Spen­der­horn­haut beschränkt. Ein DM-Riss konnte in vier Fällen nach­ge­wie­sen werden. Eine Ausdün­nung des Randes der Empfän­ger­horn­haut wurde in acht Fällen (57%) berichtet.

Bei drei Augen legte sich die DM spon­tan wieder an. Bei zwei Augen war die Abhe­bung auch nach zwölf Mona­ten noch vorhan­den. In neun Fällen wurde eine Gastam­po­na­de vorge­nom­men, welche bei nur vier Augen effek­tiv war. Fünf Augen erhiel­ten eine erneu­te pene­trie­ren­de Kera­to­plas­tik. Histo­lo­gisch zeigte sich bei diesen Augen eine fibro­plas­ti­sche Proli­fe­ra­ti­on auf die stroma­le Ober­flä­che der gefal­te­ten DM.

Die Gründe für diese DM-Abhe­bun­gen seien unklar, so die Autoren. Denk­bar seien eine zuneh­men­de Ausdün­nung der Empfän­ger­horn­haut oder eine sekun­dä­re Spen­der­horn­haut-Ekta­sie. Bei einem spät auftre­ten­den Horn­haut­ödem nach frühe­rer pene­trie­ren­der Kera­to­plas­tik solle eine DM-Abhe­bung diffe­ren­zi­al­dia­gnos­tisch grund­sätz­lich in Betracht gezo­gen werden. (ak)

Autoren: Kit V. et al.
Korrespondenz:
 Stephen.tuft@nhs.net
Studie:
Descemet Membrane Detachment After Penetrating Keratoplasty for Keratoconus
Quelle:
Cornea. 2020 Oct;39(10):1315-1320.
Web:
https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000002352

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.