Kera­ti­tis

Opioidverordnungen im Rahmen einer individuellen Schmerztherapie

22. April 2022

ANN ARBOR (Bier­mann) – Kera­tit­i­den können ausge­spro­chen schmerz­haft sein und die Verord­nung einer Schmerz­me­di­ka­ti­on notwen­dig machen.
Eine ameri­ka­ni­sche Studie unter­such­te nun die Häufig­keit einer Verord­nung von Opio­iden bei verschie­de­nen Formen der ulze­ra­ti­ven Keratitis.
Einge­schlos­sen wurden Pati­en­ten, die sich laut ihrer Pati­en­ten­ak­te zwischen Septem­ber 2014 und 22. Dezem­ber 2020 aufgrund einer ulze­ra­ti­ven Kera­ti­tis in augen­ärzt­li­cher Behand­lung befan­den. Die Formen der Kera­ti­tis wurden anhand ihrer Ätio­lo­gie u.a. aufgrund des Diagno­se-Codes, der verschrie­be­nen Medi­ka­ti­on, Labor­be­fun­den und Akten­ein­trä­gen charak­te­ri­siert und in bakte­ri­ell, myko­tisch, viral, Akant­hamö­ben, inflamma­to­risch, poly­mi­kro­biell oder unspe­zi­fisch unter­teilt. Die Dosie­rung der Opio­ide wurde in ein Morphin-Äqui­va­lent (in mg) umge­rech­net und summiert über 90 Tage ab Diagnose.
Von 3322 Pati­en­ten mit ulze­rie­ren­der Kera­ti­tis erhiel­ten 173 Pati­en­ten (5,2%) mindes­tens ein Opioid zur Schmerz­the­ra­pie inner­halb der 90 Tage nach Diagno­se. Pati­en­ten mit Akant­hamö­ben (32,4%), myko­tisch­her Kera­ti­tis (21,1%) und poly­mi­kro­biel­ler (25,0%) Kera­ti­tis erhiel­ten dabei am häufigs­ten Opio­ide. Im Vergleich dazu wurde bei bakte­ri­el­ler Kera­ti­tis nur in 6,7%, bei unkla­rer Ursa­che in 2,9% und bei vira­ler Kera­ti­tis ledig­lich in 1,8% der Fälle ein Opioid verord­net (P < 0,05 für alle).
Die 173 Pati­en­ten, welche mit Opio­iden versorgt wurden, erhiel­ten insge­samt 353 Verord­nun­gen inner­halb von 90 Tagen nach Diagno­se. Die Hälfte der Medi­ka­men­te wurde dabei inner­halb der ersten Woche nach Diagno­se verab­reicht. Die Quan­ti­tät der Verord­nun­gen von Opio­iden unter­schied sich im Vergleich der verschie­de­nen Kera­ti­tis-Ätio­lo­gien nicht signi­fi­kant (P = 0,6559). Die Morphin-Äqui­va­lenz­do­sis lag zwischen 97,5 mg bei Akant­hamö­ben-Kera­ti­tis und 112,5 mg bei myko­ti­scher Keratitis.
Zusam­men­fas­send schlos­sen die Autoren der Studie aus ihren Ergeb­nis­sen, dass die Ursa­che der Kera­ti­tis unter Umstän­den die Verschrei­bungs­ra­te von Opio­iden beein­flus­sen kann. Eine besse­re Charak­te­ri­sie­rung der Schmer­zen und ein maßge­schnei­der­tes Schmerz­ma­nage­ment könne die Behand­lung verbes­sern. (ak)

Autoren: Thibodeau AK et al.
Korrespondenz: mariawoo@med.umich.edu
Studie: Opioid Prescribing Patterns for Ulcerative Keratitis
Quelle: Cornea. 2022 Apr 1;41(4):484-490.
Web: https://doi.org/10.1097/ICO.0000000000002893

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