Kera­ti­tis

Ergebnisse der Acanthamoeba-Fungal-Keratitis Study

27. Juni 2019

COIMBATORE (Bier­mann) – Akant­ha­mo­eben-Kera­tit­i­den gelten als eher selte­ne, aber schwer­wie­gen­de und schwer zu diagnos­ti­zie­ren­de Form der Kera­ti­tis. Aus diesem Grund wurden im Aravind Eye Hospi­tal in Coim­ba­to­re (Indien) alle Pati­en­ten mit stroma­ler Kera­ti­tis ohne Beach­tung der bestehen­den klini­schen Diagno­se auch auf Akant­ha­mo­eben getestet.

Von 401 einge­schlos­se­nen Fällen war bei 40 Pati­en­ten (10 %) ein Test auf Akant­ha­mo­eben posi­tiv. Von diesen 40 Pati­en­ten wurden 16 Pati­en­ten (4,5 % aller Pati­en­ten) zusätz­lich auch auf eine Pilz­er­kran­kung posi­tiv getes­tet. Fünf Pati­en­ten zeig­ten zusätz­lich zu Akant­ha­mo­eben auch eine bakte­ri­el­le Infek­ti­on. Bei 2 Pati­en­ten zeigte sich eine Infek­ti­on sowohl mit Akant­ha­mo­eben und Pilzen als auch mit Bakte­ri­en. Ring­in­fil­tra­te und Stroma­ö­dem waren häufig mit Akant­ha­mo­eben-Infek­tio­nen, aber auch mit Coin­fek­tio­nen verge­sell­schaf­tet. In der Gruppe mit Akant­ha­mo­eben und simul­ta­ner Pilz­in­fek­ti­on wurden Ring­in­fil­tra­te häufi­ger gese­hen (8 von 16 Pati­en­ten) und zeig­ten im Gegen­satz zu reinen Akant­ha­mo­eben-Ring­in­fil­tra­ten oft eine eher gelb­li­che Farbe mit hyphen­ähn­li­chen Rändern. Nur 2 der Pati­en­ten waren Kontaktlinsenträger.

Akant­ha­mo­eben-Coin­fek­tio­nen sind somit offen­bar häufi­ger als gedacht und nicht allei­ne auf Kontakt­lin­sen­trä­ger begrenzt. Eine Diagno­se dieser zusätz­li­chen Infek­ti­on ist jedoch notwen­dig, um eine Diagno­se zu stel­len und eine adäqua­te Thera­pie einzuleiten.

(ak)

Autoren: Raghavan A et al.
Korrespondenz: Anita Raghavan; annieram2001@yahoo.com
Studie: The Acanthamoeba-Fungal Keratitis Study
Quelle: Am J Ophthalmol 2019 May;201:31–36.
Web: https://www.ajo.com/article/S0002-9394(19)30045-5/fulltext

html

Aus rechtlichen Gründen (Heilmittelwerbegesetz) dürfen wir die Informationen nur an Fachkreise weitergeben.