Kata­rakt­ex­trak­ti­on nach Trabe­ku­lek­to­mie bei uvei­ti­schem Sekundärglaukom

Das Risikoprofil erweist sich als gut, der funktionelle Gewinn jedoch als gering

23. Mai 2022

RIAD (Bier­mann) – Bei der Vogt-Koya­nagi-Harada (VKH)-Erkrankung, einer T‑Zell-vermit­tel­ten Auto­im­mun­erkran­kung, führt eine Trabe­ku­lek­to­mie (TE) bei einem oftmals visus­be­dro­hen­den uvei­ti­schen Sekun­där­glau­kom zu einer Kontrol­le des Augen­in­nen­dru­ckes (IOD). Den Autoren einer aktu­el­len Arbeit zufol­ge stellt eine zeit­ver­setz­te Phako­emul­si­fi­ka­ti­on bei zusätz­lich visu­ell signi­fi­kan­ter Kata­rakt zwar ein siche­res Verfah­ren dar, mit dem eine gewis­se visu­el­le Reha­bi­li­ta­ti­on und eine besse­re Über­wa­chung des hinte­ren Pols erreicht wird, jedoch eine höhere Anzahl an Antig­lau­kom­a­to­sa (AGM) zur Kontrol­le des IOD erfor­der­lich ist.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 38 Augen (22 Pati­en­ten) mit Sekun­där­glau­kom bei VKH-beding­ter Uvei­tis, bei denen im Zeit­raum 2005 bis 2017 eine TE mit Mitomycin‑C durch­ge­führt wurde, in ihre retro­spek­ti­ve Vergleichs­stu­die ein. Die Arbeits­grup­pe teilte die Augen nach­fol­gend in die Phako-Gruppe (n=19), bei der eine Kata­rakt­ex­trak­ti­on im Mittel 33,21±33,3 Monate nach der TE erfolg­te, sowie in die TE-Gruppe (n=19) ohne Phako auf.

Die Arbeits­grup­pe legte als Endpunk­te die Verän­de­run­gen der BCVA, des IOD und der Anzahl einge­setz­ter AGM sowie die IOD-Kontrol­le und die abso­lu­te und quali­fi­zier­te TE-Erfolgs­ra­te (IOD ≥6 und ≤21 mmHg ±AGM) nach 36 Mona­ten fest.

Die Forscher ermit­tel­ten bei der Abschluss­kon­trol­le, dass keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de zwischen der Phako- und der TE-Gruppe in Bezug auf die BCVA (0,78 0,9 vs. 0,92±1,1 logMAR [dezi­mal 0,16 vs. 0,12]; p=0,80) und den IOD (14,21±5,8 vs. 12,16±6,1 mmHg; p=0,29) auftra­ten. Es zeigte sich jedoch ein signi­fi­kan­ter Unter­schied im Hinblick auf die Anzahl einge­setz­ter AGM (1,58±1,5 vs. 0,53±1,0; p=0,02). Des Weite­ren beob­ach­te­ten die Exper­ten, dass hinsicht­lich der TE-Über­le­bens­ra­te beider Grup­pen zwar kein Unter­schied bestand (p=0,381), aber die abso­lu­te Erfolgs­ra­te (ohne AGM) in der Phako-Gruppe von 78,9 auf 31,6% sank und die quali­fi­zier­te Erfolgs­ra­te (mit AGM) von 21,1 auf 36,8% anstieg.

(tt)

Autoren: Almobarak FA et al.
Korrespondenz: Faisal A Almobarak; falmobarak@ksu.edu.sa
Studie: Phacoemulsification after trabeculectomy in uveitis associated with Vogt-Koyanagi-Harada disease: intermediate-term visual outcome, IOP control and trabeculectomy survival
Quelle: BMC Ophthalmol 2022; May 9;22(1):210.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-022-02438-3

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