Landes­wei­te Kohor­ten­stu­die in Taiwan

Katarakt geht mit erhöhtem Fraktur- und Osteoporoserisiko einher

7. Mai 2019

HUALIEN (Bier­mann). Den inter­es­san­ten Zusam­men­hang zwischen einer Linsen­trü­bung und dem Frak­tur- sowie Osteo­po­ro­se­ri­si­ko haben Wissen­schaft­ler aus Taiwan genau­er analy­siert. Im Rahmen einer landes­wei­ten retro­spek­ti­ven Kohor­ten­stu­die wurden die Daten von 57.972 Perso­nen mit Kata­rakt und 57.972 Perso­nen ohne Kata­rakt ausge­wer­tet. Die Zahlen liefer­te Taiwans natio­na­le Daten­bank für Kran­ken­ver­si­che­rungs­for­schung.
Die Perso­nen mit und ohne Kata­rakt wurden hinsicht­lich Alter, Geschlecht und Index­jahr 1:1 abge­gli­chen. Lag eine Kata­rakt vor, unter­schied man weiter­hin in eine Gruppe mit Kata­rak­t­ope­ra­tio­nen und eine Gruppe ohne Opera­ti­on.
Während der mitt­le­ren Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von 6,4 Jahren entwi­ckel­ten 17.450 Pati­en­ten mit Kata­rakt eine Osteo­po­ro­se oder hatten Frak­tu­ren. Ohne Kata­rakt hinge­gen litten nur 12.627 unter Osteo­po­ro­se oder Frak­tu­ren.
Kata­rak­te waren signi­fi­kant mit dem Risiko einer Osteo­po­ro­se oder Frak­tur verbun­den (adjus­tier­te HR [aHR] = 1,29, 95%-Konfidenzintervall [KI] = 1,25–1,32, p < 0,001). Bei der Auswer­tung der einzel­nen Ereig­nis­se war das Osteo­po­ro­se­ri­si­ko bei den Kata­rakt­pa­ti­en­ten am höchs­ten (aHR = 1,43, 95%-KI = 1,37–1,50, p < 0,001), gefolgt von Hüft­frak­tu­ren (aHR = 1,16, 95%-KI = 1,07–1,26), Wirbel­brü­chen (aHR = 1,25, 95%-KI = 1,18–1,33, p < 0,001) und sons­ti­gen Frak­tu­ren (aHR = 1,24, 95%-KI = 1,20–1,28, p < 0,001).
Bei der Betrach­tung der Pati­en­ten­grup­pe mit Kata­rak­t­ope­ra­tio­nen erkann­ten die Studi­en­au­toren aus Taiwan ein signi­fi­kant gerin­ge­res Risiko für Osteo­po­ro­se oder Frak­tu­ren (aHR = 0,58, 95%-KI = 0,56–0,59, p < 0,001), vergli­chen mit Pati­en­ten, die sich nicht operie­ren ließen. Dabei war eine Kata­rak­t­ope­ra­ti­on mit einem gerin­ge­ren Risiko für alle Einzel­er­eig­nis­se verbun­den (Osteo­po­ro­se, Hüft­frak­tu­ren, Wirbel­brü­che, sons­ti­ge Frak­tu­ren).
„Eine ange­mes­se­ne Kata­rakt­be­hand­lung kann Osteo­po­ro­se und Frak­tur­ri­si­ken verrin­gern”, so das Resü­mee des Erst­au­tors Dr. Huei-Kai Huang. Koau­tor Dr. Ching-Hui Loh ergänzt: „Ich empfeh­le allen älte­ren Menschen mit Osteo­po­ro­se oder Frak­tu­ren drin­gend, ihre Sehkraft zu über­prü­fen.“
(is)

Autoren: Huei‐Kai Huang, Shu‐Man Lin, Ching‐Hui Loh et al.
Korrespondenz: Dr. Shu-Man Lin, Department of Physical Medicine and Rehabilitation, Buddhist Tzu Chi General Hospital, Hualien, Taiwan, No. 707, Sec. 3, Chung Yang Rd., Hualien 97002, Taiwan; drshumanlin@gmail.com
Studie: Association Between Cataract and Risks of Osteoporosis and Fracture: A Nationwide Cohort Study
Quelle: J Am Geriatr Soc 2018;Oct 3. https://doi.org/10.1111/jgs.15626 [Epub ahead of print]
Web: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/jgs.15626

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