Ischä­mi­sche Retinaerkrankungen

Mikrovaskulatur der Iris als Biomarker für Neovaskularisationen

14. Dezember 2021

SHANGHAI (Bier­mann) – Die Iris­ge­fä­ße schei­nen bei ischä­mi­schen Netz­haut­er­kran­kun­gen sensi­ti­ver auf die Ischä­mie zu reagie­ren als die reti­na­len Gefäße. Die quan­ti­ta­ti­ven Analy­se­da­ten der Iris­durch­blu­tung könn­ten als Prädik­tor bei ischä­mi­schen Erkran­kun­gen fungie­ren. Das schrei­ben die Autoren einer aktu­el­len Studie. Sie empfeh­len bei gefähr­de­ten Pati­en­ten eine engma­schi­ge Kontrol­le der Iris­ge­fä­ße, da eine früh­zei­ti­ge Inter­ven­ti­on bei reti­na­ler Ischä­mie die Progno­se erheb­lich verbes­sern könnte.

Die Wissen­schaft­ler schlos­sen 79 Teil­neh­mer in ihre beob­ach­ten­de Fall-Kontroll-Studie ein. 21 Pati­en­ten litten an einem reti­na­len Gefäß­ver­schluss (RVO), bei 19 Pati­en­ten bestand eine mono­ku­la­re proli­fe­ra­ti­ve Reti­no­pa­thie (PDR) und eine kontralate­ra­le nicht­pro­li­fe­ra­ti­ve diabe­ti­sche Reti­no­pa­thie (NPDR), 18 Pati­en­ten bilde­ten die Gruppe der Pati­en­ten mit Diabe­tes melli­tus (DM) ohne diabe­ti­sche Reti­no­pa­thie (NDR) und die Kontroll­grup­pe umfass­te 21 gesun­de Teil­neh­mer (HC).

Die Arbeits­grup­pe verglich die Grup­pen mitein­an­der und analy­sier­te quan­ti­ta­tiv die mikro­vasku­lä­ren Netz­wer­ke der Iris und der Netz­haut mithil­fe der OCT-Angio­gra­phie, insbe­son­de­re die Dichte der Gefäß­flä­che ([VAD]; Verhält­nis der gesam­ten von Blut­ge­fä­ßen einge­nom­me­nen Bild­flä­che zur gesam­ten Bild­flä­che) sowie die Dichte des Gefäß­flus­ses ([VSD]; Verhält­nis der von Blut­ge­fä­ßen einge­nom­me­nen Länge zur gesam­ten Bildfläche).

Die Forscher ermit­tel­ten, dass in der RVO-Gruppe die VAD und VSD der Iris des betrof­fe­nen Auges höher lag als die der kontralate­ra­len- und HC-Augen. Die VAD und VSD der kontralate­ra­len Augen war höher als die der HC-Augen.

Die Reti­no­lo­gen stell­ten des Weite­ren fest, dass der reti­na­le Blut­fluss der RVO-Augen gerin­ger war als in den kontralate­ra­len- und HC-Augen. Es gab jedoch keinen Unter­schied zwischen kontralate­ra­len- und HC-Augen.

Bei der PDR-Gruppe stell­te sich die VAD und VSD der Iris stär­ker dar als bei der NPDR, und bei NPDR-Augen stär­ker als bei den HC-Augen. Unter­schie­de zwischen der NDR- und HC-Grup­pen bestan­den nicht. Ebenso traten keine Unter­schie­de des reti­na­len Blut­flus­ses zwischen den 4 Grup­pen auf.

(tt)

Autoren: Jia Y et al.
Korrespondenz: Haidong Zou; zouhaidong@sjtu.edu.cn
Studie: Quantitative analysis and clinical application of iris circulation in ischemic retinal disease
Quelle: BMC Ophthalmol 2021; Nov 15;21(1):393.
Web: dx.doi.org/10.1186/s12886-021-02165-1

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