Intrastroma­le Injektionen

Bevacizumab kann corneale Neovaskularisationen verringern

5. Mai 2020

MINNEAPOLIS (Bier­mann) — In einer retro­spek­ti­ven Studie mit 14 einge­schlos­se­nen Augen von 14 Hoch­ri­si­ko-Pati­en­ten, welche eine chro­ni­sche tiefe Horn­haut­neo­vasku­la­ri­sa­ti­on aufwie­sen, wurde ab 2011 eine Behand­lung mit intrastroma­lem Beva­ci­zumab durch­ge­führt. Die Behand­lung mit 0,05 bis 0,1 ml (Dosis 2,5 mg/0,1 ml) Beva­ci­zumab erfolg­te alle vier bis acht Wochen. Je nach vorhe­ri­ger Behand­lung (pene­trie­ren­de Kera­to­plas­tik oder DALK) wurden eine bis drei intrastroma­le Injek­tio­nen durchgeführt.

Bei 64,2% Pati­en­ten bestand ursprüng­lich eine neuro­tro­phe Kera­ti­tis nach Herpes Zoster- oder Herpes Simplex-Kera­ti­tis. In 50% der Fälle erreich­te die Neovasku­la­ri­sa­ti­on die opti­sche Achse, in 42,8% fanden sich die Neovasku­la­ri­sa­tio­nen nur para­zen­tral. Nach intrastroma­ler Beva­ci­zumab-Gabe erreich­ten 14,2% der Pati­en­ten eine komplet­te Regres­si­on der Neovasku­la­ri­sa­tio­nen. Eine erneu­te Kera­to­plas­tik wurde daher nicht notwen­dig. Bei 21,4% persis­tier­ten die Neovasku­la­ri­sa­tio­nen. Eine erfolg­rei­che Kera­to­plas­tik konnte hier bei 57% der Pati­en­ten durch­ge­führt werden. Es zeig­ten sich nur gerin­ge Neben­wir­kun­gen der Thera­pie. Bei zwei Augen entstand ein tempo­rä­rer Epithel­de­fekt, bei einem Auge eine intrastroma­le Hämor­rha­gie. Während einer durch­schnitt­li­chen Nach­be­ob­ach­tungs­zeit von drei Jahren fanden sich keine Hinwei­se auf ein Rezi­div der Neovasku­la­ri­sa­tio­nen. In der Trans­plan­tat-Gruppe gab es keinen Anhalt für eine Trans­plan­tat­ab­sto­ßung. (ak)

Autoren: Gupta AA et al.
Korrespondenz: mammo004@umn.edu
Studie: Intrastromal bevacizumab in the management of corneal neovascularization: a retrospective review.
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2020 Jan;258(1):167-173.
Web: https://doi.org/10.1007/s00417-019-04519-4

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