Intra­ope­ra­ti­ves Floppy-Iris-Syndrom

Neben Alpha-Antagonisten sollten andere okuläre Faktoren berücksichtigt werden

28. Januar 2021

TEL AVIV (Bier­mann) — In einer aktu­el­len Studie fanden deren Autoren heraus, dass das Risiko eines intra­ope­ra­ti­ven Floppy-Iris-Syndroms (IFIS), unab­hän­gig von der Einnah­me von Alpha-Antago­nis­ten, auch bei ausge­präg­ter Linsen­di­cke (LT) und gerin­ger Pupil­len­wei­te in Mydria­sis erhöht ist.

Im Rahmen der retro­spek­ti­ven Studie unter­such­ten die Exper­ten medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 394 Pati­en­ten (394 Augen; 58,4% Frauen), bei denen im Shamir Medi­cal Center in Tel Aviv (Israel) eine Kata­rakt-Opera­ti­on erfolgt war (Zeit­raum Juli bis Septem­ber 2019). Ausschluss­kri­te­ri­en waren Pati­en­ten im Alter <50 Jahren sowie Vorer­kran­kun­gen, die Pupil­len­grö­ße und Vorder­kam­mer­tie­fe (ACD) beein­flus­sen und kombi­nier­te Eingriffe.

Die Forscher ermit­tel­ten den Zusam­men­hang zwischen präope­ra­ti­ven okulä­ren Para­me­tern und IFIS mithil­fe uni- und multi­va­ria­ter Analysen.

Das Durch­schnitts­al­ter betrug 72,48 ± 8,63 Jahre. Die Autoren fanden bei 18 Augen (4,6%) ein IFIS, von denen 7 Pati­en­ten (38,89%) zuvor mit Alpha-Antago­nis­ten behan­delt worden waren. Die Pati­en­ten in der IFIS-Gruppe waren signi­fi­kant älter als die Pati­en­ten ohne IFIS (78,1 ± 6,7 vs. 72,2 ± 8,6 Jahre; p=0,005). Es bestand kein signi­fi­kan­ter Unter­schied zwischen Männern und Frauen.

Nach­fol­gend ermit­tel­ten die Ophthal­mo­lo­gen in der IFIS-Gruppe einen signi­fi­kant gerin­ge­ren Pupil­len­durch­mes­ser in Mydria­sis (5,73 ± 1,16 vs. 6,97 ± 1,03 mm; p<0,001) sowie eine größe­re LT (4,93 ± 0,42 vs. 4,49 ± 0,42 mm; p=0,001). Die ACD korre­lier­te entge­gen­ge­setzt zur LT (r= ‑0,613; p<0,001,) aber posi­tiv zum Pupil­len­durch­mes­ser (r=0,252; p<0,001). Mittels univa­ria­ter Analy­se konn­ten die Autoren in der IFIS-Gruppe eine signi­fi­kant flache­re ACD nach­wei­sen (2,88±0,49 vs. 3,14±0,39 mm; p=0,008). In der multi­va­ria­ten Analy­se die Alpha-Antago­nis­ten Gruppe betref­fend zeig­ten sich die LT und die Pupil­len­wei­te in Mydria­sis als Fakto­ren, um ein IFIS signi­fi­kant vorher­zu­sa­gen (LT: OR 9,9; 95%-KI 1,9–4,9; p=0,005; Pupil­len­durch­mes­ser OR 0,427; 95%-KI 0,26–0,69; p<0,001).

(tt)

Autoren: Safir M et al.
Korrespondenz: Margarita Safir; sapir.margarita@gmail.com
Studie: Preoperative ocular characteristics predicting the development of intraoperative floppy iris syndrome regardless of alpha-antagonist exposure status
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 2021; Jan 11 (online ahead of print)
Web: dx.doi.org/10.1007/s00417-020-05060-5

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