Intrao­ku­lar­lin­sen

Leicht myope Zielrefraktion führt zu besserem Intermediärvisus

13. August 2020

MAILAND (Bier­mann) – Eine italie­ni­sche Studi­en­grup­pe unter­such­te die Auswir­kung unter­schied­li­cher Ziel­re­frak­tio­nen bei Intrao­ku­lar­lin­sen­im­plan­ta­ti­on. 

Die einge­schlos­se­nen 30 Pati­en­ten wurden nicht rando­mi­siert auf zwei Grup­pen verteilt. Die Pati­en­ten der ersten Gruppe erhiel­ten beid­sei­tig eine mono­fo­ka­le IOL mit einer möglichst emme­tro­pen Ziel­re­frak­ti­on (0 bis -0,25 dpt.). Pati­en­ten der zwei­ten Gruppe wurden bila­te­ral mit einer mono­fo­ka­len IOL mit leicht myoper Ziel­re­frak­ti­on (-0,50 dpt) versorgt. Für beide Grup­pen wurden post­ope­ra­tiv korri­gier­te und unkor­ri­gier­te Fern-Defo­cus-Kurven erstellt. Weiter­hin wurde die Pati­en­ten­zu­frie­den­heit mittels Frage­bo­gen ermit­telt. 

Die post­ope­ra­ti­ve Defo­cus-Kurve zeigte zwischen Gruppe 1 und 2 einen signi­fi­kan­ten Unter­schied (P <0.01 für alle Para­me­ter, nur für -3.00 dpt P= 0.32). Pati­en­ten der Gruppe 1 sahen bei +1,00, + 0,50 und 0,00 signi­fi­kant besser als Pati­en­ten der Gruppe 2, aber schlech­ter an allen weite­ren Defo­cus-Punk­ten. Pati­en­ten der Gruppe 2 wiesen einen Visus von annä­hernd 0 LogMAR (0,0 +/- 0,06) bei 0,00 dpt auf (0,03 +/-0,04), obwohl die Refrak­ti­on im Mittel bei 0,67 dpt. lag.

Mit einer leicht myopen Ziel­re­frak­ti­on bei der bila­te­ra­len Implan­ta­ti­on mono­fo­ka­ler Intrao­ku­lar­lin­sen könne man einen besse­ren Inter­me­diärvi­sus im Vergleich zu emme­tro­per Ziel­re­frak­ti­on errei­chen bei nur leicht schlech­te­rem Fern­vi­sus, schluss­fol­ger­ten die Autoren aus ihren Ergeb­nis­sen. 

(ak)

Autoren: Vinciguerra P et al.
Korrespondenz:  vinciguerra.riccardo@gmail.com.
Studie: Comparison of visual performance and satisfaction with a bilateral emmetropic vs a bilateral mild myopic target using a spherical monofocal intraocular lens
Quelle: J Cataract Refract Surg. 2020 Jun;46(6):839-843.
Web: https://doi.org/10.1097/j.jcrs.0000000000000183

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