Intrao­ku­lä­re Inflamma­ti­on nach COVID-19-Impfung mit inak­ti­vier­ten SARS-CoV-2-Viren

Studie präsentiert klinische Charakteristika

27. Juli 2022

PEKING (Bier­mann) – Welt­weit kommen Impf­stof­fe mit unter­schied­li­chen Wirk­me­cha­nis­men gegen SARS-CoV‑2 zum Einsatz. Wie die Autoren einer aktu­el­len Arbeit aus China nun schrei­ben, können Totimpf­stof­fe inner­halb der ersten Wochen – mögli­cher­wei­se über immun­ver­mit­tel­te Mecha­nis­men – zu Impf­stoff-asso­zi­ier­ten intrao­ku­lä­ren Entzün­dun­gen führen, weswe­gen eine gründ­li­che Pati­en­ten­auf­klä­rung zu ophthal­mo­lo­gisch uner­wünsch­ten Ereig­nis­sen (OUE) essen­zi­ell ist.

In ihre retro­spek­ti­ve beob­ach­ten­de Quer­schnitts­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 24 Pati­en­ten (30 Augen; 15 Frauen; mitt­le­res Alter 41±16 Jahre [Bereich 8–71 Jahre]) ein, bei denen es inner­halb von 15 Tagen nach einer COVID-19-Impfung mit inak­ti­vier­ten Viren zu okulä­ren Beschwer­den kam. Die Arbeits­grup­pe über­prüf­te neben dem Alter und dem Geschlecht auch das Inter­vall zwischen der Impfung und dem Beginn der Sympto­me, die Late­ra­li­tät, die Dauer der Beschwer­den, die primä­re Sehschär­fe (VA) sowie die klini­sche Diagno­se der OUE. Eine voran­ge­gan­ge­ne Infek­ti­on mit SARS-CoV‑2 wurde anamnes­tisch ausgeschlossen.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass OUE bei 18 Pati­en­ten nach der 1. sowie in 6 Fällen nach der 2. oder 3. Impfung auftra­ten. Das Inter­vall zwischen Impfung und Sympto­men betrug im Mittel 6±5 Tage. Bei 10 Pati­en­ten wurde ein inflamma­to­ri­sches White-Dot-Syndrom (WDS) diagnos­ti­ziert, während 9 Fälle eine Uvei­tis (4 nicht­in­fek­ti­ös; 5 infek­ti­ös) sowie 5 Pati­en­ten eine reti­na­le Gefäß­er­kran­kung im Sinne einer Immun­vasku­li­tis (Arte­ri­en­ast­ver­schlüs­se) entwi­ckel­ten. Die Befun­de lagen bei 6 Pati­en­ten bila­te­ral und bei 18 mono­ku­lar vor. Zudem konsta­tier­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass Pati­en­ten mit WDS jünger waren als solche mit Uvei­tis oder reti­na­ler Gefäß­er­kran­kung (32±10 vs. 48±18 Jahre; p>0,05). In Bezug auf die VA zeig­ten die Augen mit WDS besse­re Werte (0,74±0,73 logMAR; dezi­mal 0,2) gegen­über denje­ni­gen mit Uvei­tis oder reti­na­ler Gefäß­er­kran­kung (1,44±1,26 logMAR; dezi­mal <0,05; p>0,05).

Die Autoren beto­nen, dass die Ergeb­nis­se der Studie nicht den Zusam­men­hang zwischen Impfung und OUE veri­fi­zie­ren können, weswe­gen weite­re Studi­en erfor­der­lich sind.

(tt)

Autoren: Li Z et al.
Korrespondenz: Zhihua Li; lizhihua919@sina.com
Studie: Ocular Adverse Events after Inactivated COVID-19 Vaccination
Quelle: Vaccines (Basel) 2022; Jun 9;10(6):918.
Web: dx.doi.org/10.3390/vaccines10060918

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