Intra­cor­nea­le Ringsegmente

Postoperative morphologische Veränderungen spiegeln sich nicht in Refraktion oder Topographie wider

5. September 2022

HOMBURG/SAAR (Bier­mann) – Die femto­se­kun­den­la­ser-assis­tier­te (Fs) Implan­ta­ti­on intra­cor­nea­ler Ring­seg­men­te (ICRS) verur­sacht zwei Typen von Verän­de­run­gen im Horn­haut­stroma. Zum einen entsteht eine diffu­se segmenta­le Fibro­se und zum ande­ren finden sich lamel­lä­re Kanal­ab­la­ge­run­gen. Es gibt jedoch keine Hinwei­se auf durch diese Verän­de­run­gen verur­sach­te rele­van­te refrak­ti­ve oder topo­gra­phi­sche Effekte.
Zu diesem Ergeb­nis kam eine Studie aus Homburg/Saar, welche histo­lo­gi­sche und ultra­struk­tu­rel­le Verän­de­run­gen bei Fs-ICRS-Implan­ta­ti­on bei Pati­en­ten mit Kera­to­ko­nus untersuchte.
Die retro­spek­ti­ve Fall­se­rie schloss 15 Pati­en­ten mit klini­schen peri-segmenta­len lamel­lä­ren Abla­ge­run­gen im Kanal nach Fs-ICRS-Implan­ta­ti­on bei Kera­to­ko­nus aufwie­sen. Die stroma­len Verän­de­run­gen wurden mittels in vivo konfo­ka­ler Mikro­sko­pie unter­sucht. Zwei der Pati­en­ten muss­ten sich nach Fs-ICRS-Implan­ta­ti­on einer pene­trie­ren­den Kera­to­plas­tik unter­zie­hen. Die explan­tier­ten Horn­häu­te wurden histopa­tho­lo­gisch aufge­ar­bei­tet und unter dem Trans­mis­si­ons-Elek­tro­nen­mi­kro­skop (TEM) unter­sucht. Mittels Erhe­bung von unkor­ri­gier­tem (UDVA) und korri­gier­tem (CDVA) Fern­vi­sus, sphä­ri­schem Äqui­va­lent (SE) sowie Horn­haut­ra­di­en (K1, K2, Kmax) vor und nach Detek­ti­on der Kanal­ver­än­de­run­gen soll­ten die refrak­ti­ven und topo­gra­phi­schen Effek­te der Stroma­ver­än­de­run­gen analy­siert werden.
Die in vivo konfo­ka­le Mikro­sko­pie deckte diffu­se linea­re und fokal granu­lä­re hyper­re­flek­ti­ve Struk­tu­ren auf. Histo­lo­gisch wurde eine milde Proli­fe­ra­ti­on von Fibro­blas­ten und eine Fibro­se fest­ge­stellt. Mittels TEM konn­ten fokale Akku­mu­la­tio­nen von dege­ne­rier­ten Kera­to­zy­ten mit zyto­plas­ma­ti­schen Lipi­dein­schlüs­sen darge­stellt werden. Es fanden sich keine signi­fi­kan­ten Verän­de­run­gen in UDVA (Δ = 0,0 +/- 0,2 logMAR; p = 0,67), CDVA (Δ = 0,0 +/- 0,1 logMAR; p = 0,32), SE (Δ 0,1 +/- 0,9 dpt; p = 0,22), K1 (Δ = 0,3 +/- 1,0 dpt; p = 0,28), K2 (Δ = 0,1 +/- 0,9 dpt; p = 0,51) und Kmax (Δ = 0,3 +/- 1,5 dpt; p = 0,17). (ak)

Autoren: Hamon L et al.
Korrespondenz: loic.hamon@uks.eu
Studie: Morphological characterization and clinical effects of stromal alterations after intracorneal ring segment implantation in keratoconus
Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol. 2022 Jul;260(7):2299-2308.
Web: https://doi.org/10.1007/s00417-022-05572-2

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