Infek­ti­ons­kon­trol­le gegen COVID-19

Chinesische Arbeitsgruppe gibt Ratschläge für die Augenheilkunde

3. März 2020

HONGKONG (Bier­mann) – Die durch das neuar­ti­ge Coro­na­vi­rus (SARS-CoV‑2) hervor­ge­ru­fe­ne Krank­heit COVID-19 hat sich schnell zu einer globa­len Gesund­heits­be­dro­hung entwi­ckelt. Eine Arbeits­grup­pe aus China, wo das Virus erst­mals entdeckt wurde, berich­tet nun im „Graefe’s Archi­ve for Clini­cal and Expe­ri­men­tal Ophthal­mo­lo­gy“ über ihre Erfah­run­gen vor Ort mit der Inten­si­vie­rung von Maßnah­men zur Infek­ti­ons­kon­trol­le in ihrer eige­nen Augenklinik.

Diese Maßnah­men, so schrei­ben die Medi­zi­ner, basier­ten auf einer detail­lier­ten Risi­ko­be­wer­tung sowohl durch lokale Ophthal­mo­lo­gen als auch durch Exper­ten für Infektionskontrolle.

Imple­men­tiert wurde eine drei­stu­fi­ge Abfol­ge von Kontroll­maß­nah­men. Als ersten Schritt benen­nen die Autoren eine „admi­nis­tra­ti­ve Kontrol­le“, mit dem Ziel, die Zahl der in der Klinik anwe­sen­den Pati­en­ten zu verrin­gern. Zu diesem Zweck werden Text­nach­rich­ten an Pati­en­ten versen­det, in denen sie gebe­ten wurden, geplan­te Termi­ne zu verschie­ben oder ander­wei­tig Arran­ge­ments zu tref­fen, um Folge­re­zep­te für Medi­ka­men­te zu erhalten.

Um eine Kreuz­in­fek­tio­nen mit SARS-CoV‑2 zu mini­mie­ren, wurde ein Test-System einge­rich­tet, damit Pati­en­ten mit Fieber, respi­ra­to­ri­schen Sympto­men, akuter Binde­haut­ent­zün­dung oder solche, die sich kürz­lich in Ausbruchs­ge­bie­ten aufge­hal­ten haben, iden­ti­fi­ziert werden können. Perso­nen, auf die einer dieser Punkte zutrifft, werden gebe­ten, ihre Unter­su­chungs­ter­mi­ne um mindes­tens 14 Tage zu verschie­ben. Unter­su­chungs­ver­fah­ren, bei denen es zur Bildung von Mikro­ae­ro­so­len kommt, wie die kontakt­lo­se Tono­me­trie, sowie Opera­tio­nen unter Voll­nar­ko­se werden vermie­den. Dassel­be gilt für nasale Endo­sko­pien, da sie Niesen hervor­ru­fen und eine Tröpf­chen­bil­dung verur­sa­chen können. Elek­ti­ve klini­sche Leis­tun­gen werden nicht mehr erbracht. Alle klini­schen Mitar­bei­ter haben Schu­lun­gen zur Infek­ti­ons­kon­trol­le erhalten.

Der zweite Schritt besteht in Kontrol­len die Umwelt betref­fend, um eine Tröpf­chen­über­tra­gung von SARS-CoV‑2 zu redu­zie­ren. Es wurden Schutz­vor­rich­tun­gen an Spalt­lam­pen ange­bracht, Geräte werden häufig desin­fi­ziert und Augen­schutz für das Perso­nal zur Verfü­gung gestellt. Allen Mitar­bei­tern wurde gera­ten, vor der dem Gang zur Arbeit die Körper­tem­pe­ra­tur zu messen und Sympto­me einer Infek­ti­on der oberen Atem­we­ge, Erbre­chen oder Durch­fall unver­züg­lich zu melden. Im drit­ten Schritt werden das allge­mei­ne Tragen von Gesichts­mas­ken, die Hand­hy­gie­ne und der ange­mes­se­ne Einsatz persön­li­cher Schutz­aus­rüs­tung (PSA) gefördert.

Die Autoren des Berich­tes hoffen, dass ihre ersten Erfah­run­gen mit der Inten­si­vie­rung von Maßnah­men zur Infek­ti­ons­kon­trol­le COVID-19 betref­fend Ophthal­mo­lo­gen welt­weit helfen können, sich auf einen poten­zi­el­len Ausbruch oder eine Pande­mie vorzu­be­rei­ten. Um Über­tra­gun­gen von SARS-CoV‑2 zu redu­zie­ren, soll­ten Augen­ärz­te bei der Imple­men­tie­rung von Infek­ti­ons­kon­troll­maß­nah­men in ihrem spezi­fi­schen klini­schen Setting eng mit loka­len Infek­ti­ons­kon­troll-Teams zusam­men­ar­bei­ten, raten die Autoren abschließend.

(ac)

Autoren: Lai THT et al.

Studie: Stepping up infection control measures in ophthalmology during the novel coronavirusoutbreak: an experience from Hong Kong

Quelle: Graefes Arch Clin Exp Ophthalmol 03.03.2020

Web: https://link.springer.com/article/10.1007/s00417-020-04641-8

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