Infek­tiö­se Uveitis

Vorsicht bei intravitrealen Injektionen

25. Mai 2021

DUNEDIN (Bier­mann) – Die infek­tiö­se Uvei­tis ist welt­weit eine der am häufigs­ten visus­be­dro­hen­den Formen der Uvei­tis. So macht sie in Neusee­land, dem Herkunfts­land der Autoren einer neuen Studie zu diesem Thema, 19,6% aller Uveiti­den aus.

Aufgrund der zuneh­men­den Anzahl an intra­vit­rea­len Injek­tio­nen steigt entspre­chend auch die Rate an Kompli­ka­tio­nen und Infek­tio­nen post injec­tio­n­em. Eine aktu­el­le Studie hat nun gezeigt, dass die Uvei­tis, welche auf einer infek­tiö­sen Ätio­lo­gie basiert, vor der intra­vit­rea­len Injek­ti­on von Corti­cos­te­ro­iden mit oder ohne Immun­sup­pres­si­va sorg­fäl­tig ausge­schlos­sen werden sollte, zumal atypi­sche Befun­de während einer immun­sup­pres­si­ven Behand­lung auftre­ten können. Die Poly­me­ra­se­ket­ten­re­ak­ti­on (PCR) könne in dieser Situa­ti­on eine wich­ti­ge Rolle bei der Diagno­se spie­len, so das Fazit der Autoren.

Die Wissen­schaft­ler unter­such­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 4 Pati­en­ten, die sich mit einer infek­tiö­sen Uvei­tis nach intra­vit­rea­ler Injek­ti­on von Triamci­no­lo­na­ce­tonid (TA) und/oder Metho­trex­at (MTX) entwe­der erst­ma­lig oder bei einer Verschlech­te­rung der Sympto­me in der Augen­kli­nik des Auck­land-District-Health-Boar­des (Neusee­land) vorstellten.

Das Durch­schnitts­al­ter der Pati­en­ten betrug 67,25±7,58 Jahre. Bei 3 Pati­en­ten bestand der Zustand nach intra­vit­rea­ler TA- und bei 1 Pati­en­ten nach MTX-Injek­ti­on. Alle Pati­en­ten waren vor der intra­vit­rea­len Thera­pie immun­sup­pri­miert. Die Arbeits­grup­pe ermit­tel­te bei 2 Pati­en­ten eine Toxo­plas­mo­se-beding­te Chorio­re­t­ini­tis, welche sich nach TA-Injek­ti­on verschlech­ter­te. In 1 Fall entwi­ckel­te sich nach TA-Injek­ti­on eine Cyto­me­ga­lie (CMV)-bedingte Retini­tis und bei 1 Pati­en­ten mit Syphi­lis-beding­ter Reti­no­pa­thie verschlech­ter­te sich der Befund nach MTX-Injek­ti­on. Bei 1 Pati­en­ten wurde sero­lo­gisch mithil­fe der PCR eine atypi­sche Toxo­plas­mo­se-Chorio­re­t­ini­tis nach­ge­wie­sen, wohin­ge­gen zunächst ein Schub der vermu­te­ten Bird­shot-Chorio­re­ti­no­pa­thie diagnos­ti­ziert worden war.

(tt)

Autoren: Ong AP et al.
Korrespondenz: Aaron PC. Ong; aaronongpc@gmail.com
Studie: Infectious Uveitis after Local Steroid and/or Methotrexate Injections at A Tertiary Referral Center in New Zealand: A Case Series
Quelle: Ocul Immunol Inflamm 2021; Apr 1;1-5.
Web: dx.doi.org/10.1080/09273948.2020.1860230

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