Infek­tiö­se ante­rio­re Uveitis

Herpesviren zeigen interindividuelle Unterschiede im Krankheitsbild

12. August 2021

TOKIO (Bier­mann) – In einer aktu­el­len Studie aus Japan haben deren Autoren wich­ti­ge klini­sche Unter­schei­dungs­merk­ma­le der ante­rio­ren Uvei­tis (AU), die durch Herpes-Simplex-Viren (HSV), Vari­zel­la-Zoster-Viren (VZV) sowie Cyto­me­glie­vi­ren (CMV) verur­sacht wird, bestimmt.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 259 Pati­en­ten mit herpe­ti­scher AU, die zwischen Januar 2012 und Dezem­ber 2017 in 11 Schwer­punkt­kran­ken­häu­sern in Japan unter­sucht und 3 Monate nach­be­ob­ach­tet wurden, in die retro­spek­ti­ve, multi­zen­tri­sche Fall­stu­die auf. Die Diagno­se wurde mithil­fe der Poly­me­ra­se­ket­ten­re­ak­ti­on (PCR) für HSV, VZV und CMV aus dem Kammer­was­ser oder klinisch durch die klas­si­schen Charak­te­ris­ti­ka des Herpes-Zoster-ophthal­mi­cus gestellt.

Die Forscher ermit­tel­ten bei 30 Pati­en­ten eine HSV-AU, in 50 Fällen eine VZV-AU, bei 147 Pati­en­ten eine CMV-AU sowie in 32 Fällen eine Herpes-Zoster-ophthal­mi­cus-beding­te AU.

Bei allen AU durch HSV und VZV zeigte sich der Befund unila­te­ral, während bei 3% der CMV-Pati­en­ten eine bila­te­ra­le AU vorlag. Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass die meis­ten HSV- und VZV-Pati­en­ten einen plötz­li­chen Beginn der AU mit einem akuten klini­schen Verlauf, die CMV-Pati­en­ten hinge­gen einen schlei­chen­den Beginn mit einem chro­ni­schen Verlauf aufwiesen.

Zwischen HSV- und VZV-AU fanden sie keine signi­fi­kan­ten Unter­schie­de bezüg­lich aller erho­be­nen Sympto­me, Befun­de oder Kompli­ka­tio­nen, wohin­ge­gen auch hier signi­fi­kan­te Unter­schie­de bei der CMV-AU gegen­über den beiden ande­ren herpe­ti­schen AU vorla­gen. Bei der HSV- und VZV-AU diagnos­ti­zier­ten die Ophthal­mo­lo­gen signi­fi­kant häufi­ger als bei der CMV-AU eine okulä­re Hyper­ämie und Schmer­zen, verschwom­me­nes Sehen, zilia­re Gefä­ß­in­jek­ti­on, mittel­gro­ße bis große kera­ti­ti­sche Endo­thel­prä­zi­pi­ta­te, Zellen und Tynd­all in der Vorder­kam­mer sowie poste­rio­re Synechi­en. Demge­gen­über kamen in der CMV-Gruppe häufi­ger als in der HSV- und VZV-Gruppe kleine kera­ti­ti­sche Endo­thel­prä­zi­pi­ta­te, diffu­se Irisatro­phien, erhöh­ter Augen­in­nen­druck sowie chiru­gi­sche Glau­kom­ein­grif­fe vor.

(tt)

Autoren: Terada Y, et al.
Korrespondenz: Manabu Mochizuki; m.manabu.oph@tmd.ac.jp
Studie: Distinguishing Features of Anterior Uveitis Caused by Herpes Simplex Virus, Varicella-Zoster Virus, and Cytomegalovirus
Quelle: Am J Ophthalmol 2021; Jul;227:191-200.
Web: dx.doi.org/10.1016/j.ajo.2021.03.020

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