Immu­no­lo­gi­sche Charak­te­ris­ti­ka verschie­de­ner Glaukomformen

Komplement und Immunglobuline können auf Progression hinweisen

23. Februar 2022

GUANGDONG (Bier­mann) – Die Spie­gel bestimm­ter Komple­ment­fak­to­ren und Immun­glo­bu­li­nen im Blut­plas­ma eignen sich als Biomar­ker bei der Diffe­ren­zie­rung der verschie­de­nen Glau­kom­for­men sowie für die Beur­tei­lung einer Progres­si­on im Verlauf. Zu diesem Ergeb­nis sind die Autoren einer aktu­el­len Studie aus China gekommen.

In ihre Kohor­ten­stu­die schlos­sen die Wissen­schaft­ler 236 Pati­en­ten mit Glau­kom ein. Diese umfass­ten 92 Pati­en­ten mit akutem primä­rem Engwin­kel­glau­kom (APACG), 76 mit chro­ni­schem primä­rem Engwin­kel­glau­kom (CPACG) sowie 68 Fälle mit primä­rem Offen­win­kel­glau­kom (POAG). Zusätz­lich nahmen die Forschen­den 163 Glau­kom­pa­ti­en­ten mit hohem Augen­in­nen­druck (IOD) als Unter­grup­pe sowie 226 gesun­de Kontroll­per­so­nen in ihre Kohor­te auf.

Die Arbeits­grup­pe analy­sier­te aus den Blut­pro­ben aller Teil­neh­mer die Plas­ma­spie­gel der Komple­ment­fak­to­ren C3, C4 und CH50 sowie der Immun­glo­bu­li­ne IgA, IgG sowie IgM.

Die Forscher ermit­tel­ten, dass zwischen den Pati­en­ten mit hohem IOD und den Kontroll­per­so­nen ein signi­fi­kan­ter Unter­schied der Spie­gel von C4 (0,27±0,69 vs. 0,25±0,07 g/l), von IgA (3,11±1,04 vs. 2,54±1,07 g/l), von IgG (12,07±1,92 vs. 11,21±2,22 g/l) sowie von IgM (1,17±0,49 vs. 0,99±0,41 g/l) bestand (p<0,01).

Des Weite­ren stell­ten die Exper­ten fest, dass der C3-Spie­gel in der APACG-Gruppe signi­fi­kant höher lag als in der Kontroll­grup­pe (1,14±0,16 vs. 1,06±0,18 g/l).

Ebenso fielen die Werte von IgA sowohl in der APACG-Gruppe (3,16±0,97 g/l) als auch in der POAG-Gruppe (2,91±1,11 g/l) signi­fi­kant höher aus als in der Kontroll­grup­pe (2,54±1,07 g/l; p<0,05).

Zudem beob­ach­te­ten die Ophthal­mo­lo­gen, dass die IgG-Spie­gel bei den APACG-Pati­en­ten (12,15±2,02 g/l) und den CPACG-Pati­en­ten (11,95±2,28 g/l) signi­fi­kant gestei­gert waren im Vergleich zu den Kontroll­per­so­nen (11,21±2,22 g/l; p<0,05).

Glei­cher­ma­ßen lagen die Werte von IgM nicht nur in der APACG-Gruppe (1,24±0,66 g/l) sondern auch in der CPACG-Gruppe (1,17±0,45 g/l) signi­fi­kant höher vergli­chen mit der Kontroll­grup­pe (0,99±0,41 g/l; p<0,05).

(tt)

Autoren: Chen J et al.
Korrespondenz: Jinying Li; ljyszbdyy@126.com
Studie: Detection of plasma complement and immune globulin in different sorts of glaucoma
Quelle: Eur J Ophthalmol 2022; Jan 28;11206721221074202.
Web: dx.doi.org/10.1177/11206721221074202

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