Immun­check­point-Inhi­bi­to­ren

Risikoabschätzung unerwünschter Ereignisse am Auge

6. Dezember 2019

VANCOUVER (Bier­mann) – Die Analy­se einer kana­di­schen Arbeits­grup­pe legt nahe, dass die Verwen­dung von Immun­check­point-Inhi­bi­to­ren (ICI) mit einem erhöh­ten Risiko für Neben­wir­kun­gen am Auge asso­zi­iert ist.

Für ihre Analy­se verwen­de­ten die Wissen­schaft­ler die Daten der Jahre 2003–2018 aus der FAERS-Daten­bank (Adver­se Events Repor­ting System der US-ameri­ka­ni­schen Arznei­mit­tel­be­hör­de). Berück­sich­tigt wurden alle Fälle von Uvei­tis, Augen­tro­cken­heit, okulä­rer Myas­the­nie und Augen­ent­zün­dung unter Verwen­dung folgen­der ICI: Atezo­li­zumab, Avel­um­ab, Cemi­pli­mab, Durvalum­ab, Ipili­mum­ab, Nivo­lum­ab und Pembrolizumab.

Die Kana­di­er iden­ti­fi­zier­ten insge­samt 113 uner­wünsch­te Ereig­nis­se. Die meis­ten uner­wünsch­ten Ereig­nis­se (n=68) wurden unter Nivo­lum­ab fest­ge­stellt. Der Wirk­stoff hatte die höchs­te Asso­zia­ti­on mit okulä­rer Myas­the­nie (Repor­ted Odds Ratio [ROR] 22,82, 95%-KI 7,18–72,50), gefolgt von Pemb­ro­li­zumab (ROR 20,17, 95%-KI 2,80–145,20).

Von allen in Nord­ame­ri­ka zuge­las­se­nen ICI hatte Atezo­li­zumab die höchs­te Asso­zia­ti­on mit Augen­ent­zün­dun­gen (ROR 18,89, 95%-KI 6,07–58,81) und Ipili­mum­ab die höchs­te Asso­zia­ti­on mit Uvei­tis (ROR 10,54, 95%-KI 7,30–15,22).

Um uner­wünsch­te Ereig­nis­se zukünf­tig besser quan­ti­fi­zie­ren zu können, seien weite­re epide­mio­lo­gi­sche Studi­en erfor­der­lich, so das Fazit der Kanadier.

(isch)

Autoren: Fanga T et al.
Korrespondenz: etminanm@mail.ubc.ca; Mahyar Etminan
Studie: Ocular adverse events with immune checkpoint inhibitors
Quelle: J Curr Ophthalmol 2019;31:319–322.
Web: https://doi.org/10.1016/j.joco.2019.05.002

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