Idio­pa­thi­sche intra­kra­ni­elle Hypertension

Ophthalmologische Diagnostik eignet sich zur Verlaufskontrolle

13. April 2021

CHANDIGARH (Bier­mann) Die idio­pa­thi­sche intra­kra­ni­elle Hyper­ten­si­on (IIH) ist eine neuro­lo­gi­sche Erkran­kung mit unter­schied­li­chen Erschei­nungs­bil­dern, wobei die visu­el­len Beein­träch­ti­gun­gen die wich­tigs­ten darstellen.

In der Lite­ra­tur exis­tie­ren nur wenige Studi­en über die Auswir­kun­gen von IIH auf das visu­el­le System in der asia­ti­schen Bevölkerung.

Eine aktu­el­le Studie aus Nord­in­di­en hat nun gezeigt, dass visu­el­le Funk­ti­ons­de­fi­zi­te bei diesen Pati­en­ten bestehen, auch bei voller Sehschär­fe. Nach Lumbal­punk­ti­on und medi­ka­men­tö­ser Thera­pie­ein­stel­lung komme es jedoch zu einer signi­fi­kan­ten Symptom-Verbes­se­rung, so die Autoren. Zusätz­lich habe sich gezeigt, dass bei asia­ti­schen Männern eine höhere Inzi­denz für eine IIH bestehe als in frühe­ren Studi­en angegeben.

Die Wissen­schaft­ler nahmen 60 Augen von Pati­en­ten mit neu diagnos­ti­zier­ter IIH in die prospek­ti­ve Inter­ven­ti­ons­stu­die auf. Die Arbeits­grup­pe beur­teil­te das visu­el­le System mithil­fe morpho­lo­gi­scher und funk­tio­nel­ler Testmethoden.

Eine Lumbal­punk­ti­on wurde durch­ge­führt, um die Diagno­se einer IIH zu veri­fi­zie­ren, und die Pati­en­ten erhiel­ten darauf­hin orale Carbo­an­hy­dra­se-Inhi­bi­to­ren, um den intra­kra­ni­el­len Druck zu senken. Die Pati­en­ten wurden nach Thera­pie­be­ginn ophthal­mo­lo­gisch 6 Monate nachkontrolliert.

Das Durch­schnitts­al­ter der Studi­en­teil­neh­mer betrug zu Behand­lungs­be­ginn 33,27±10,68 Jahre. Die Mehr­heit waren Frauen (73,3%). Bei 42 Augen (70%) lag der Visus zu Beginn der Thera­pie bei 20/20.

Die durch­schnitt­li­che Pelli-Robson-Kontrast­emp­find­lich­keit (CS) verbes­ser­te sich von 1,86±0,34log auf 2,11±0,24log (Fried­man-Test: X2=59,2; p≤0,001). Die Anzahl der Augen mit nach­weis­ba­ren Gesichts­feld-Defek­ten sank von 70% auf 43,7%. Die Dicke der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht (RNFL) verrin­ger­te sich aufgrund der Abnah­me der Papil­len­schwel­lung von 176,27µm auf 114,97µm (Fried­man-Test: X2=69,3; p≤0,001).

Die Opthal­mo­lo­gen schluss­fol­gern, dass sich die visu­el­len Funk­ti­ons­stö­run­gen bei IIH nach Inter­ven­ti­on signi­fi­kant verbes­sern lassen. Die Unter­su­chung der CS und der RNFL-Dicke könnte zur Über­wa­chung von IIH-Pati­en­ten verwen­det werden.

Autoren: Rehman O et al.
Korrespondenz: Parul Ichhpujani; parul77@rediffmail.com
Studie: Idiopathic intracranial hypertension and visual function in North Indian population
Quelle: Eur J Ophthalmol 2021; Mar 29;11206721211006566.
Web: dx.doi.org/10.1177/11206721211006566

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