Idio­pa­thi­sche intra­kra­ni­elle Hypertension

Inflammation kann pathogenetisch bedeutsam sein

30. Juni 2021

ISTANBUL (Bier­mann)  Die Verhält­nis­se von Neutro­phi­len-zu-Lympho­zy­ten (NLR) und Throm­bo­zy­ten-zu-Lympho­zy­ten (PLR) gelten als Entzün­dungs­mar­ker bei chro­ni­scher syste­mi­scher Inflamma­ti­on und sind von prognos­ti­schem Wert.

Eine aktu­el­le Studie aus der Türkei hat nun gezeigt, dass die Werte des NLR und des PLR bei Pati­en­ten mit idio­pa­thi­scher intra­kra­ni­el­ler Hyper­ten­si­on (IIH) mit der best­kor­ri­gier­ten Sehschär­fe (BCVA), der reti­na­len Nerven­fa­ser­schicht-Dicke (RNFLT) sowie einem Papil­len­ödem (PE) asso­zi­iert sind. Laut den Autoren stütze dies die Hypo­the­se, dass Entzün­dun­gen eine sehr wich­ti­ge Rolle bei der Patho­ge­ne­se der IIH spielen.

Die Wissen­schaft­ler über­prüf­ten retro­spek­tiv medi­zi­ni­sche Aufzeich­nun­gen zu 33 Pati­en­ten mit IIH sowie zu 33 Proban­den als Kontroll­grup­pe. Die Arbeits­grup­pe berech­ne­te den NLR- und PLR-Wert anhand der Blut­bild­be­fun­de (nüch­tern) der Studienteilnehmer.

Zusätz­lich ermit­tel­ten die Forscher für jeweils beide Augen der Pati­en­ten den Schwe­re­grad des PE (Stadi­um 0–5), die BCVA, die RNFLT sowie die Dicke der Gangli­en­zell­schicht (GCLT) und erfass­ten demo­gra­fi­sche Daten, einschließ­lich des Body-Mass-Index (BMI), sowie neuro­lo­gi­sche und ophthal­mo­lo­gi­sche Befun­de. Nach­fol­gend vergli­chen die Exper­ten beide Grup­pen sowie IIH-Pati­en­ten mit und ohne PE. Den Zusam­men­hang zwischen den Werten des NLR und des PLR mit allen ande­ren Para­me­tern analy­sier­ten sie unab­hän­gig von Alter, Geschlecht und BMI.

Die Autoren fanden heraus, dass das NLR und das PLR höhere Werte bei Pati­en­ten mit IIH zeig­ten als in der Kontroll­grup­pe (p<0,05) sowie höhere Werte bei IIH-Pati­en­ten mit PE im Vergleich zu denen ohne PE vorla­gen (p<0,05). Darüber hinaus stell­ten sie fest, dass das NLR und das PLR asso­zi­iert waren mit der BCVA (p<0,001 bzw. p=0,023), der globa­len RNFLT (p=0,004 bzw. p=0,012), dem tempo­ra­len Quadran­ten der RNFLT (p<0,001 bzw. 0,042) sowie dem Schwe­re­grad des PE (p<0,001 bzw. p= 0,035).

(tt)

Autoren: Ceylan OM et al.
Korrespondenz: Hayati Yilmaz; hyilmaz@hotmail.com
Studie: Neutrophil-to-lymphocyte and platelet-to-lymphocyte ratios as inflammation markers in patients with papilledema due to idiopathic intracranial hypertension
Quelle: Indian J Ophthalmol 2021; Jun;69(6):1499-1505.
Web: dx.doi.org/10.4103/ijo.IJO_2030_20

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